Bild-Aufklärung

Fotos können auch Journalismus sein. Und manchmal geht Journalismus gar nicht gut ohne Fotos. Im Radio muss man dann umständlich beschreiben – wenn das Bild nicht fehlen soll.

In der Beschneidungsdebatte fehlt das Bild praktisch überall. Während jeder politische Aussetzer zum Thema Alkoholkonsum bei Jugendlichen (gerade war Schröderle mit einer Ausgangssperre ab 20 Uhr in der medialen Psycho-Ambulanz) mit einem nie so bezeichneten “Symbolbild versehen wird (schlafender Jugendlicher im Hinter-, Schnapsflaschen im Vordergrund), gibt es zur Beschneidung nie was Richtiges zu sehen (Bsp. 1, 2, 3). Dabei wäre das alles andere als populistisch oder voyeuristisch. Von der Beschneidung selbst abgesehen könnten doch Bildergalerien mit Dödeln verschiedener Schnittformen sehr erhellend sein. Dann würde es mir auch in Wort statt Bild genügen zu erfahren, wie die männlichen Redenschwinger jeweils untenherum (oder sagt man: vornerum?) aussehen. (Bei den meisten Debattierern muss man ja sehr skeptisch ob sie selbst wissen, wie sie aussähen, wenn man mit ihnen gemacht hätte, was sie ganz undramatisch finden.)

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3 Antworten zu “Bild-Aufklärung”

  1. Steffen sagt:

    schlafende Jugendliche: das ist doch ein Mädchen auf dem Symbolbild :)

  2. Unsere Bildbeschreibung passt ja auch nicht zu dem verlinkten Foto: Flasche im Vordergrund, Jugendlicher im Hintergrund. Dieses so oft verwendete Motiv haben wir leider aktuell mit einer schnellen Suche nur in unpassenden Zusammenhängen gefunden, bei einer Krankenkasse z.B., die nicht gerade als Referenz für Journalismus herhalten muss.

  3. [...] Im ZEIT-Magazin gab es jüngst einen Ansatz, den optischen Penis-Mangel zu thematisieren (wenn natürlich selbst dieser “Das ist übrigens ein Penis“-Artikel keinen Penis zeigt, sondern zwei angewschwollene Glieder in Unterhosen versteckt, auch nett). Aber warum sich Journalismus weigert, in der gebotenen und leicht zu realisierenden Form über Beschneidung zu informieren, verrät auch die ZEIT nicht. Der Journalismus bleibt da merkwürdig und inakzeptabel blind. [...]

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