Mit ‘korrekturverhalten’ getaggte Artikel

Korrekturverhalten (3)

Dienstag, 31. März 2015

Selbst wenn es nur kleine Fehler sind – widerspricht es irgendeiner Standesregel, sie (wo nötig transparent) zu korrigieren? Tebartz-van Elst heißt vorne Franz, nicht Frank, liebe Frankfurter (gefunden: 4 Tage nach Veröffentlichung).
frank-tebartz-fr

Wenn sich weder auf der Website noch auf Facebook ein Korrekturhinweis findet und offenbar auch keiner der Redakteure binnen eines Tages darüber gestolpert ist, darf man fragen: liest das überhaupt jemand, – oder ist generell unbekannt, dass der wunderbare Berliner Bezirk anders als die Schunkelmetropole mit zwei „L“ geschrieben wird, Neukölln eben? epd-Meldung auf evangelisch.de

evangelischde-neukoeln-neukoelln

Wenn  sich der Adrenalinpegel wieder normalisiert hat, könnte die neue sueddeutsche.de auch den aneblich angeblich ausgerufenen „Ausnahmezustand“ wieder einfangen.

ausnahmezustand-berlin

Ein Ausnahmezustand ist etwas anders, als wenn die Feuerwehr viel zu tun hat. Dann kann vielleicht auch nochmal jemand über den sonstigen Text schauen:

„Bei der Havarie wurden beide Schiffe zum Teil erheblich beschädigt.“

 

Siehe auch:
Korrekturverhalten 2: Keine Verlinkung zu Gegendarstellungen oder Leserbriefen und anderen Korrekturen

Positive Beispiele:
Jakob Augstein wies u.a. via Facebook auf einen Fehler in der Welt hin. Die Korrektur dort wird transparent gemacht. (Allerdings ist es bei manchen Fehlern natürlich nicht mit einer Korrektur getan, weil möglicherweise die recherchierte Grundannahme eines Artikels damit wegfällt.)

fehlerhinweis-augstein-oecd

korrektur-welt-oecd

BILD besser als SPIEGEL

Sonntag, 04. November 2012

Manchmal muss eine Geschichte auch deshalb fertig erzählt werden, weil man dabei seine zuvor geäußerten Gedanken neu kommentieren, einordnen, revidieren oder verstärken muss.

Wie war das jetzt mit dem ach so unsäglichen Joachim Witt Video „Gloria“? Ekelhaft und diskreditierend und vor allem – Gipfel der Lächerlichkeit – jugendgefährdend sollte es sein. Da war sich der deutschsprachige Profi- bzw. Kommerz-Journalismus weitgehend einig. Und dann? Irrt die Bundesprüfstelle in ihrer Beurteilung:

Eine Jugendgefährdung nach § 18 Abs. 1 JuSchG kann nicht festgestellt werden, da weder unsittliche, verrohend wirkende oder zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizende Medieninhalte vorliegen.

Könnte es sein, dass sich Stefan Kuzmany auf Spiegel-Online mal wieder vergaloppiert hat? (Das meint wohl auch Jan Wigger.) Ebenso wie Thomas Schmoll auf stern.de? (für den das Video in vierfacher Hinsicht grauenhaft ist: „1. Die Musik ist furchtbar. 2. Der Sänger kann nicht singen. 3. Der Text ist stümperhaft. 4. Eine Frau wird vergewaltigt“ – soviel Rezensionstiefe war selten); auch bei stern.de endet die Geschichte mit der bevorstehenden Indizierung (und einer „beleidigten Leberwurst“ Witt).  Wo ist derHinweis im Kampfblog Bundeswehrblog „Augen geradeaus„, das vielfach als Nachrichtenquelle für die Indizierungsabsicht genannt wurde?

Im Prinzip sollten professionelle Medien ein solch wichtiges Update behandeln wie eine Gegendarstellung: in gleicher Größe an gleicher Stelle veröffentlicht, damit die Nachricht von möglichst vielen derer wahrgenommen wird, die den Anfang davon gelesen haben. Und online sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, unter die alten Artikel ein „Update“ zu setzen, damit auch Googler und Archivnutzer nicht nur durch Zufall erfahren, dass die Sache anders ausgegangen ist, als die Journaille glaubte.

Die Agenturmeldung dazu gab es schließlich, und bild.de hat es geschafft, sie aufzugreifen. Dafür gibts hier eine ja immerhin in diesem einen Punkt zutreffende Provokationsüberschrift.