Spiegelkritik-Kritik

Das sagen „die anderen“?

Vom damaligen BILD-Chefredakteur Claus Strunz ist die Haltung überliefert: „Wir verfolgen [die Kritik an unserer Arbeit] wohlwollend, weil wir uns als Kontrolleure der Mächtigen verstehen und es zu unserem Demokratieverständnis dazugehört, dass auch der Kontrolleur kontrolliert wird.“ Da kann man halt nicht widersprechen. Und deshalb hier: kritische Betrachtungen zu Spiegelkritik.de

Diskussionen

# Ein Gespräch in der Blogsprechstunde von Politik-digital.

# Interview mit der Spiegelkritik-Mitgründerin, die sich dann aber doch bald anderen Aktivitäten gewidmet hat, im Jugendmagazin der Süddeutschen.

Rezension und Berichte

# Bericht der Berliner Zeitung
# „Watchblogs: Korinthenkackerei oder Königsweg?“ (Netzthemen.de)
# Spiegelkritik eines der dynamischsten Medien-Blogs (Metaroll)
Eine gewisse Skepsis: Potenziale von Medienblogs zwischen Qualitätssicherung und PR (Journalistik-Journal, Oktober 2010)

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# Nette Erwähnung: „Oliver Gehrs, der laut spiegelkritik.de ’schönste Medienjournalist Deutschlands‘,…“ (Carolin Neumann)

Wissenschaft*)
#Julia Bönisch (2006): Meinungsführer oder Populärmedium?: das journalistische Profil von Spiegel Online
#Andreas Hutter (2007): “Verbesserte Medienkritik oder Pseudo-Journalismus? Eine inhaltsanalytische Studie journalistischer Qualität in medienkritischen Weblogs (Bericht auf SpKr)
#Stefanie Trümper (2008). ‚Weblog is watching you‘: Auf der Suche nach neuen Formen öffentlicher Medienkritik und ihrer Einbindung in den Journalismus (Diplomarbeit von 2007)
#Katja Schönherr (2008): Medienwatchblogs als Form journalistischer Qualitätskontrolle (Leseprobe Halem Verlag)
#Stefanie Lindner (2009): Die Beobachtung der Beobachter: monothematische Medienkritik an Leitmedien via Watchblogs ; ein Vergleich typischer Fallbeispiele
#Valerie Landau (2013): Medienkritik 2.0 (Masterarbeit, nicht-veröffentlicht, Interviewauszug mit Timo Rieg hier als Video)

Altes: Kritik aus der Anfangszeit (z.T. aus Kommentaren hier im Blog)

Julia Bönisch vergleicht uns in ihrem Buch Meinungsführer oder Populärmedium – Das journalistische Profil von Spiegel Online (herausgegeben von Netzwerk Recherche im Lit Verlag, Berlin 2006) auf Seite 26 mit dem Bildblog: „Mit den Profi-Seite [sic] von Schultheis und Niggemeier kann sich das Blog aber kaum messen lassen“.

Netselektor: „Einiges bleibt dann auch sehr kleinkariert bei Spiegelkritik, etwa wenn man sich über vereinzelte Rechtschreibfehler aufregt.“

Farlion wünscht sich dagegen mehr Augenmerk auch auf solche kleinen Fehler: „Das Problem bei ‚Spiegelkritik‘ ist, dass es nicht so professionell betrieben wird, wie bspw. BILDblog. Dadurch bleiben eine Menge Fehler ungesehen, wie z.B. dieser kleine Faux pax.“

Ecolot schreibt im Ecoblog, Spiegelkritik „fällt im Vergleich zum Bildblog jedoch stark ab.“

Anaximander findet uns „langweilig, langfädig – lahm, die Macher publizieren seltsame Sätze, beherrschen die deutsche Sprache kaum… Vorschlag: Sprachkurs besuchen, Grammatik lernen…“

Peter Turi: „auch der Spiegel hat inzwischen einen Watchblog, wenn auch von bisher bescheidener Qualität.“

Grunzelfink findet: „BILDblog ist so großartig, weil die BILD-Zeitung handwerklich kritisiert wird und nicht ideologisch, weil offensichtliche und überprüfbare Fehler aufgedeckt werden und keine Geschmacksfragen im Zentrum stehen. ‚Spiegelkritik‘ ist so schlecht, weil hier genau das Gegenteil zutrifft.“

Hans schreibt: „Diese Seite ist wie ein Autounfall – es ist schrecklich aber man kann auch nicht weggucken. Die Inhalte sind dünn, wirken verkrampft und hasserfüllt, sind sehr häufig beleidigend und in keiner Weise lustig – insbesondere wenn Letzteres augenscheinlich gewollt ist. (…) Als ich diesen Blog erstmalig sah, war ich voller Hoffnung. Mittlerweile hat sich das allerdings erledigt. Die meisten Dinge, die hier stehen, sollten eher als Hinweismails an den jeweiligen Autor von SpOn gehen. In der Art von ‚Du hast Dich da vertippt‘. Das wäre hilfreich und hätte Stil. Dies hier scheint mir jedoch mehr in Richtung Profilierungswahn zu gehen.“

Kühlschranknotiz: „(…) ungleich langweiliger als die Bildblogger (…)“

Bernd schreibt: „Meine Fresse.. Laaaaaaaaaaangweilig! Wieso heist das Blog hier nicht einfach “Nörgelblog”, oder “Spiegelpedant” oder so ähnlich. Also noch viel Spaß.“

CommodoreSchmidtlepp schreibt: „Was auf ‚Spiegelkritik‘ veranstaltet wird bewegt sich vom Niveau her irgendwo zwischen Kindergeburtstag und Fahrt ins Schullandheim in der vierten Klasse. (…) Wer aber Journalismusstudenten und verhinderten Pulitzerpreisträger beim blamieren zusehen möchte, der ist hier vollkommen richtig. Generell macht die Seite den Eindruck, dass hier jemand schnell den Grimme-Online-Award gewinnen wollte, jedoch äh, ach, was sage ich, schaut es euch doch selber an und lacht euch kaputt.“

blaetterrauschen.de verpackt es etwas diplomatischer: „der bei bildblog häufig anzutreffende Sprachwitz und die pointierten Bemerkungen lassen noch auf sich warten.“

Florentinus meint: „Das lehrerhafte ‚das hättest du aber besser machen können‘ nervt an diesem sog. Watchblog doch enorm. Wenn jetzt auch noch Tipps zur besseren Politikbeeinflussung dazukommen, könnt ihr den Laden imho auch gleich dichtmachen. Den Frust könnt ihr auch im Spiegelforum abbauen, auf passendem Niveau zudem.“ Und an anderer Stelle: „Das hier ist imho kein Watchblog, sondern eine mehr oder weniger politische Veranstaltung mit ergänzender Korinthenkackerei.“

Nagyon jó spricht vom „Bildblog für Arme“ mit einem „Schreibstil mäßigbegabter Journalistikstudenten“, der „ermüdend zu lesen“ sei.

ungedruckt.net schreibt in der Kategorie „pixelmüll“: „bislang herrscht darin eher der erhobene Zeigefinger, den man sonst nur von jobsuchenden Diplomjournalistik-Studenten kennt. Von dem pointierten Sprachwitz des Bildblog, keine Spur.“

„Seppl“ schreibt in unseren Kommentaren: „Auf oberflächliche und journalistisch wenig überzeugende Art werden Lappalien breitgetreten“

Margot vergleicht unsere Selbstdarstellung mit der Realität: „Ich hab ja schon einiges gehört, was sich Journalisten selbstlobend ans Revers heften – aber was euch betrifft, klaffen ja leider Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander.“

Klaus Jürgen meint: „was Ihr hier kritisiert, sind ja wohl absolute Lapalien. Habt Ihr nichts Besseres zu tun in Eurer Zeit?“

Spiegelkritik-Serienkritiker siegstyle findet unsere Anmerkungen „peinlicher als die so genannten fehler des spiegel“. Die Seite sei „irgendwie zusammengeschrieben und entbehrt jeder objektiven kritk“. An anderer Stelle meint er, wenn man „selbst keine Ahnung hat, dann sollte man nicht den Richter über Spiegel-Wissenschaftsredakteure spielen.“ Und überhaupt: „hahahahahaha zum totlachen dieser BLÖG…“. Sein Fazit: „das, um dass es immer geht: kritisieren um des kritisierens willen. denkt dran: nichts ist schlechter als selbstzweck aka spieglekritik“.

The missing link fragt: „Braucht man zum Bloggen eigentlich Abitur? (…) Nach dem Vorbild des Bildblog ist eine Spiegelkritik entstanden, angesichts derer sich solche Fragen erheben. Ihr Spannungsgehalt gleicht dem Ausgang einer Fußballweltmeisterschaft, ihr Erkenntniswert dem Besinnungsaufsatz meines Banknachbarn in der Neunten zum Thema „Journalisten sind auch nur Menschen, aber in einer Demokratie muss man halt mit Pressefreiheit leben“. (…) Gibt’s eigentlich schon einen Playboy-Watch? – Im Sankt-Pauli-Magazin ist mir unlängst eine retuschierte Brustwarze aufgefallen. Wenn das nix wird, geb ich mein Abitur zurück.“

Zitronengras meint: „SPIEGELkritik.de, als Watchblog gegründet, hat indes mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. Nicht, dass es ihnen an Qualität mangelte, wie von vielen aufgeschnappt und weiterbehauptet wird. Auch BILDblog mag nicht das schlechteste Vorbild sein. Nein, es ist die jetzt.de-NeoCon-Elite, zum Beispiel der solipsistische siegstyle (den ich schon zu meiner Zeit auf jetzt.de gehasst habe), die nicht müde wird, zu betonen, wie überflüssig, sinnlos, Korinthen kackend und langweilig diese Seite gefunden werde – und das in gefühlten 746 Kommentaren pro Beitrag. Trollsoufflé, gähn.“

„Grunzelfink“ findet: „BILDblog ist so großartig, weil die BILD-Zeitung handwerklich kritisiert wird und nicht ideologisch, weil offensichtliche und überprüfbare Fehler aufgedeckt werden und keine Geschmacksfragen im Zentrum stehen. ‚Spiegelkritik‘ ist so schlecht, weil hier genau das Gegenteil zutrifft.“

Anmerkung: *)= Vor allem in der Hochphase des Watchblog-Hypes ca. 2006 bis 2010 haben wir zahlreiche Anfragen von Studenten bekommen, für Hausarbeiten, Magister- oder Diplomarbeiten Fragebögen zu beantworten. Oft haben wir es getan, irgendwann aber nicht mehr, weil die Konzeption der Forschung nicht besser wurde. von daher mag noch an anderen Stellen Statements der oder Befunde über die „Spiegelkritik-Macher“ auftauchen – die Ergebnisse der Arbeiten haben wir ohnehin so gut wie nie erhalten, – trotz gegenteiliger versprechen natürlich. Aber das kennt man von Journalisten doch. „Natürlich schicke ich Ihnen den Artikel/ eine Sendungskopie nach Erscheinen …“

 

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