Spiegel Boulevard

28. Februar 2011

Der SPIEGEL-Titel beschäftigt sich diese Woche mit der BILD-Zeitung. Ich hab’s noch nicht gelesen, das Heft wartet zuhause, ausschließlich liegend verkostet zu werden, aber bei Carta fand sich in dem Zusammenhang ein interessanter Satz von Robin Meyer-Lucht*): “Bild und Spiegel sind selbstredend beides Boulevard-Medien – mit jeweils unterschiedlichem Zielpublikum. Stimmt absolut.”

*) Wir haben hier ja schon mal den schönsten Medienjournalisten Deutschlands gekürt. “R M-L” ist auf alle Fälle derjenige mit dem schönsten Namen. Einen Nur-Lucht hatten wir mal als Praktikanten. Der hieß dann nicht etwa Lurchie oder so, sondern “Lusch”. Als Redaktionssekretärin darf man ja sagen: Was ein süßes Bengelchen.

Guttenbergs PR-Strategie

18. Februar 2011

Die einzige Frage, die bleibt: Wie kann man nur so dusselig sein?

Journalisten schwadronieren über PR

11. Februar 2011

Rumse zwischen V.i.S.d.P. / Hajo Schumacher und dem Netzwerk Recherche bzw. dessen Protagonisten haben fast immer Unterhaltungswert. Aktuell: V.i.S.d.P. wirft dem SPIEGEL vor, einen Artikel über schlechte Recherche schlecht recherchiert zu haben – leicht verkürzt gesagt. Lesen Sie selbst.

“Der neue Kollege”

05. Februar 2011

Weil das Video bisher wenig Aufrufe hat und hier bei uns grade auch nichts los ist, holen wir ihn mal in unser Bett, den DJV-Kampffilm:

Protestantische Zinsen

23. Januar 2011


Am Montag hatte der Herforder Superintendent, Michael Krause, öffentlich gemacht, dass in seinem Kirchenkreis seit 1967 an den Leitungsgremien vorbei ein Sondervermögen in Millionenhöhe aufgebaut worden ist. Ursprünglich wurden 1,5 Millionen D-Mark aus Kirchensteuermitteln auf ein Sparbuch eingezahlt. Diese wuchsen fast ausschließlich durch Verzinsung auf heute etwa 49,7 Millionen Euro an. Das Geld soll nun in den regulären Haushalt überführt werden. (epd)

Was Zinsen und Zinseszins ausmachen, sollte bekannt sein – gerade in der Kirche, die ja nicht von ungefähr mal ein absolutes Zinsverbot kannte, welches heute nur noch in Form historischer Texte gepflegt wird. Aber für die Vermehrung von 1,5 Millionen Mark auf rund 100 Millionen Mark binnen 44 Jahren wäre doch ein Sparbuch-Zinssatz von kontinuierlich rund 10 Prozent nötig gewesen.  (Bei halb so großem Zinssatz – 5% – wäre nicht etwa die Hälfte zusammengekommen, sondern nur ein Achtel: 12,8 Millionen Mark.) 10% Zinsen auf einem Sparbuch – das wäre dann doch sicherlich auch für die Staatsanwaltschaft interessant.

Leipziger zoffen sich weiter

21. Januar 2011

Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig hat mit eine ausführlichen Stellungnahme auf die Kritik ihrer Journalistik-Abteilung reagiert (Richtigstellung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft (IfKMW) der Universität Leipzig zur Diskussion um die Profilbildung”).

Wir wollen – und können von den Ressourcen her – weiterhin nicht in das Thema einsteigen, aber für die Rubrik “kurz kommentiert” rein von der Beobachtung des Streits her anmerken:

* Bei den beiden Stellungnahmen des Instituts wäre es gut, Autoren und Genese deutlich zu machen (über die wenig hilfreichen Einträge in den Dokument-Metatdaten hinaus). Ein Institut kann sich ja nur schwer äußern (das geht nur in der geläufigen Sprache der Public Relations), meist sind es  doch noch Menschen, die Texte formulieren und publizieren.
* Die öffentliche Austragung des Streits rechtfertigt sich alleine schon daraus, dass für das Institut öffentliche Gelder verwendet werden und es eine öffentliche Aufgabe wahrnimmt. Was die “zuständigen Gremien” darüber denken, kann dabei als eine von vielen Positionen vermeldet werden – die Deutungshoheit haben diese Gremien nicht.
* Nicht alles, was gewählt wird, ist demokratisch legitimiert. “Demokratie” an einer Universität sähe anders aus als es in Deutschland der Fall ist. Aber darum geht es ja auch gar nicht. Es geht um Partizipation, um (ein wenig) Mitbestimmung der Institutsangehörigen bzw. Studierenden.
* Hochschullehrer sind sicherlich auf der ganzen Welt eine schwierige Klientel. Wenn sie Beamte sind, wird es nicht einfacher. Nicht nur der immer stärker geforderten berufspraktischen Orientierung täte es gut, das Lehr- und Forschungspersonal an Universitäten grundsätzlich nur zeitlich befristet zu beschäftigen und danach wieder seines akademischen, aber nicht staatlich-besoldeten Weges ziehen zu lassen. Mindestens der ein oder andere Fachautor wird nur deshalb in Fußnoten der Wissenschaft verwaltet, weil er Professor ist.

Updte 23.01.2011: Absolventen der Leipziger Journalistik melden sich in einem offenen Brief zu Wort.

Dem Minister sein Sohn ist mir wurscht

20. Januar 2011

Das Spiel haben wir ja täglich in den Medien: Sohn von Schauspielerin betrunken am Steuer erwischt, Ex-Mann von Hmhmhm hat Pickel am Po, und nun rappt der Sohn eines Ministers standard-dreckige Zeilen und prahlt mit seinem Wodka-Konsum.
Ich kann mir die Freude des “Enthüllers” ja vorstellen, aber: der Sohn von einem Promi ist kein Medienthema, nur weil er der Sohn ist. Wenn seine Musik, sein Facebookprofil oder sonstetwas auch ohne jeden Bezug zum Vater berichtenswert ist – okay. Aber ansonsten geht es nicht nur darum, dasss Promikinder sich austoben können müssen wie alle anderen auch – es ist auch billigst, die Eltern damit zu konfrontieren, über Erziehungsmängel, Durchsetzungsschwäche und ähnliches zu spekulieren.
Wir sind ja immer gegen Einschränkungen der Berichterstattungsfreiheit – und oft geht uns die gerichtliche Durchsetzung von Persönlichkeitsrechten viel zu weit. Dabei wird in dem aktuellen Fall – wie bei den meisten ähnlichen Konstellationen – selbst von scharfen Promi-Anwälten nicht viel zu holen sein (hoffentlich jedenfalls): was da berichtet wird, ist völlig legal.

Aber es sollte dem journalistischen Berufsethos widersprechen. Journalisten sollten längst nicht alles, was sie wissen, herausposaunen. Es gehört eben nicht jede Beobachtung in eine Reportage, nicht jeder Satz aus einem Gespräch als Zitat in den Bericht. Und es gehören Promi-Kinder überhaupt nicht in die Medien.
Wenn Süddeutschen Zeitung und Abendzeitung an einem Innenminister nicht mehr zu kritisieren haben, als dass dessen volljähriger Sohn nicht ganz der journalistischen Vorstellung eines Innenminister-Zöglings entspricht, dann sollten sie vielleicht einfach zwei, drei Schmuckbilder mehr drucken oder auch Mut zur Freiflächen haben, Weißraum zum Nachdenken über die Welt und ihre Probleme – dann füllt sich das schon wieder, irgendwann.
(Timo Rieg)

Kommentar zu Spiegel-Netzwelt-Artikel

18. Januar 2011

“Der Spiegel war mal so etwas wie eine Institution und ich habe das gedruckte Magazin (ja, manchmal unterstütze auch ich das Waldsterben)immer mal wieder gerne gekauft. Inzwischen habe ich Angst davor auf die Online-Artikel zu klicken, weil ich der Postille nur noch so weit traue, wie ich einen der Redakteure werfen könnte.”

Auch nach 9-mal Schlafen ist der Ärger bei Sascha von netbooknews nicht verraucht. Der SpOn-Artikel “Tanz der Tablets” über eine Asus-Präsentation in Las Vegas regt ihn auf.

Die neuen Alten

17. Januar 2011

Neu am Start oder bereits erfahren – so unterscheidet Spiegel-Online die Nutzer des Diskussions-Forums. “Neu” ist man dort allerdings auch, wenn man schon 2 Jahre dabei ist – oder erst 7 Monate, in denen man – rätselhafte – 2597 Beiträge geschrieben hat.  Vielleicht wäre hier doch eine qualitative Gewichtung (User-Response) hilfreicher.

Pressewahnsinn (Hinweise)

13. Januar 2011

* Hysterie: Wolfs-Hatz in Gießen – Berichterstattung außer Kontrolle

* Ausfall: Schwänze bei Media, Frauenspalten bei der taz sowie “unten ohne”-Begeisterung beim Spiegel (bzw. MM) (übrigens alle 1 - 2 - 3 Beiträge mit der 8-Bild-Klick-Reihe)

* Abgang bzw Neuzugang: Marvin Oppong und die Carta-öffentliche Peinlichkeit


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