Lesebeute

18. Dezember 2013

Stefan Niggemeier über die Spiegel-Berichterstattung zum neuen Bundeskabinett: »Spiegel«-Leser wissen mehr — es tritt bloß vieles davon nicht ein

Kirchliche Glanzkommunikation

07. Dezember 2013

* Die Kritik des scheidenden KEP-Geschäftsführers Wolfgang Baake am “Wort zum Sonntag” vom 1. Advent war methodisch völlig daneben. Dies ist bereits hier notiert: Evangelikaler Obrigkeitsknüppel.
Medienkritisch ist noch anzumerken, dass die Nachrichtenagenturen offenbar nur auf der Grundlage einer Pressemitteilung der KEP berichtet haben. Zumindest KNA hat auf Anfrage bestätigt, dass ihnen nicht das vollständige Beschwerdeschreiben von Baake vorlag. Dies wäre m.E. allerdings zwingende Bedingung, um das Ganze überhaupt aufzugreifen. Denn man sollte schon wissen, welche Behauptungen, Forderungen, Drohungen oder sonstwas Baake in sein Schreiben an den EKD-Medienbeauftragten gepackt hatte. Wenn eine PR-treibende Organisation in der eigenen Pressemitteilung einen (offenen) Brief erwähnt, diesen aber nicht veröffentlicht, muss dies zum Berichterstattungsausschluss führen (oder natürlich zur Recherche nach dem geheimen Brief).

* In der Werbung für ein Interview mit dem aus der katholischen Kirche ausgetretenen Theologen Frido Mann greift die Evangelische Sonntagszeitung (esz) mutig einen Satz aus dem Interview auf und titelt: “Papst Franziskus ist ein Showmaster”. Eine vergleichbar provokante Aussage zu einem protestantischen Kirchenchef dürfte man in der Publikation vergeblich suchen. In der Online-Fassung lässt die Kirchenzeitung dann auch noch genau die Passagen weg, die sich kritisch mit der evangelischen Kirche beschäftigen. Sachlich falsch ist daran nichts, aber schlechten Stil muss man den evangelischen Publizisten in diesem Fall schon bescheinigen.

Gaga-Journalismus

24. Oktober 2013

Nachrichten, die keinen Menschen interessieren, produzieren Menschen, die keinen interessieren, schon so reichlich, dass es keiner beruflichen Gaga-News-Produzenten bedarf. Deshalb ist eine Trauerfeier am Sarg des falschen Verstorbenen unbedingt nicht zu einer Nachricht zu verarbeiten, wie es dpa geschafft hat.

Eigentlich sollte man noch konsequenter sein und sämtliche Meldungen aus dem journalistischen System verbannen, die auch aus der Tastatur untalentierter Schriftsteller stammen könnten. Denn der einzige News-Wert solcher Meldungen wäre, dass sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort tatsächlich ereignet haben. Auto fährt gegen Baum, Opposition kritisiert Regierung, Hund macht Kacka. Zumal duch das gelegentliche Ausbleiben dieser Gaga-Meldungen der Eindruck entstehen könnte, es habe sich das Nichtberichtete tatsächlich auch nicht zugetragen, was meist falsch sein dürfte. Wahrscheinlich werden täglich irgendwo Särge vertauscht.

Und wo wir gerade beim Gaga-Journalismus sind: Wer vom “Führer der freien Welt” schreibt und damit den Präsidenten der USA meint, sollte komplett ins Märchenfach wechseln.

Korinthe (78): Das Wörter-Wort

30. September 2013

“‘Wir tun etwas, dass die Menschen sich einbringen können.” Das sind nach Spiegel-Recherchen “neun Worte, nicht eines”, wie Winfried Kretschmann angeblich meine.

Nur: der Grüne sprach im Singular. Und der ist bei “Worten” wie “Wörtern” gleich.  Ein Wort aber kann bekanntlich viele Wörter enthalten, so wie “das Wort Gottes”, um ein auch Atheisten einsichtiges Beispiel zu nennen, wenn sie es als Literatur sehen.

Nichtwähler ins SPIEGEL-Erziehungsheim

18. September 2013

Wenn in einer Parteiendemokratie die größte Wählergruppe die Nichtwähler sind, dann – hat ist dies nicht das Ergebnis von Meinungswettstreit, von journalistischer Berichterstattung, von freien Entscheidungen – sondern dann hat diese größte Gruppe einfach einen Knall. Weil das in den letzten Monaten propagandamäßig von fast allen kommerziellen Medien verbreitet wird, hat der Spiegel die letzte Chance vor der Bundestagswahl zum Mitmachen genutzt und sein aktuelles Titelthema (38/2013) den Systemschmarotzern und Demokratiesaboteuren gewidmet: den “Schamlosen”. Erkenntnis war nicht zu erwarten, Unterhaltung fehlt etwas überraschend. Dazu nur ein paar lose Anmerkungen.

Argumente:

Nichtwähler sind irgendwie schuld an dem, was kommen wird. Auch daran, dass Ex-Nichtwähler “die populistische AfD” wählen und im schlimmsten Fall sogar ins Parlament bringen werden. Für das Ergebnis einer Wahl sollten daher nicht die Wähler haften, sondern die Nichtwähler.

Argumente einiger prominenter Nichtwähler haben es zwar in den Artikel geschafft, doch fast jeder Konter stammt von den Spiegel-Autoren selbst, der sich jeweils auf apodiktischen Demokratiedefinitionen speist. Demnach verhalten sich Nichtwähler “wie Schwarzseher, die keine GEZ-Gebühr bezahlen und trotzdem über das Programm der Öffentlich-Rechtlichen herziehen”. Sie “missbrauchen [...] ihre Bildung, um sich über das politische System zu erheben”. Ausgerechnet Nichtwähler sind nach Spiegel-Logik “Konsumenten”, die “von der Politik etwas ‘geboten’ bekommen” wollen, “statt sich selbst über die politischen Angebote zu informieren”.

In keiner Zeile wird auch nur der Versuch unternommen zu erklären, warum Wählen sinnvoll sein soll, wie sich darin die Meinung gut informierter Bürger ausdrücken soll. Stattdessen wird mit Verweis auf Immanuel Kant erklärt, Nichtwähler seien “Schutzbefohlene” und hätten als solche gar kein Wahlrecht. (Sich darauf einen Reim zu machen bleibt wohl den Philosophen vorbehalten, ob jetzt mit offenem Hemd oder zugeknöpft krawattiert.)

Deutlicht macht der Spiegel nur, dass jedes Argument gegen die Wahl einer Partei albern sei, etwa wenn Theaterregisseur Sebastian Hartmann erklärt, er wolle die Grünen nicht wählen, weil er die Windräder nicht mehr sehen könne. Also informieren, Parteiprogramme lesen – und dann trotzdem wählen.

Recherche:
Der Artikel besteht überwiegend aus Recyceltem. Der Philosoph Richard David Precht wird als Prototyp der arroganten Intellektuellen-Schnösel dargestellt, “die derzeit durch Fernsehshows und Feuilletons der Republik schwirren, um sich auf Kosten der Demokratie zu profilieren”. Nicht erwähnt wird, dass die Sendung “Der Montag an der Spitze“, auf die sich der Spiegel bezieht, vom Spiegel mitveranstaltet wurde, die Moderatoren Vize-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und Ressortleiterin Britta Sandberg waren, die Diskussion live bei Spiegel.de übertragen wurde.
Aus der Günther Jauch Sendung vom 25. August wird nicht nur Ex-Spiegel-Mann Gabor Steingart recycelt, sondern sogar die wohl unbekannt zu nennende, 28-jährige Autorin Andrea Hanna Hünniger, die schon bei Jauch kaum was sagen durfte und als Nichtwählerin nicht ernst genommen wurde.

Auch ein brillanter Essay von Harald Welzer (“Das Ende des kleineren Übels”) kommt noch einmal vor, veröffentlicht vor vier Monaten – im Spiegel.

Selbst da, wo die Spiegel-Autoren Fragen entdecken, verzichten sie auf Recherche: Vor dem Hintergrund eines über Jahrhunderte erkämpften Grundrechts wirke “es besonders seltsam, dass der Anteil der Nichtwähler gerade in Ostdeutschland deutlich höher als im Westen ist”. Eigentlich sollte man als Journalist so etwas nicht seltsam finden, sondern aufklärungswürdig. Vielleicht ist es ja kein Unfall?

Völlig unerwähnt bleibt auch die Nichtwählerforschung, die inzwischen einiges mehr als (journalistische) Plattitüden anzubieten hat.

Auf eine peinliche, der Staatsunterwürfigkeit geschuldete Fehlinterpretation von Satire hat u.a. Markus Kompa hingewiesen

Quintessenz?

Was will diese Spiegel-Titelgeschichte eigentlich? Nichtwähler-Bashing geht  okay, aber wem gefällt das außer all jenen, die von der Parteienwirtschaft abhängig sind?

Geht es um die eigene Existenz? Schließlich leben Journalismusprodukte wie der Spiegel ganz wesentlich von dem Glauben, gut informiert wenigstens alle vier Jahre Einfluss auf die Parteien und damit auf die Fremdgestaltung des eigenen Lebens nehmen zu können.

Lieblingsargument “der Nichtwähler” sei die Ununterscheidbarkeit der Parteien, behauptet der Spiegel, der zwar nicht Woche für Woche, aber doch im Langzeitvergleich genau dies zeigt: es gibt nur Regierung und Opposition. Wenn wir die Namen weglassen (und durch Bundskanzler, Oppositionsführer etc. ersetzen) lesen sich Spiegel-Artikel seit 60 Jahren gleich. Nur ob man Regierung oder Opposition wählen sollte, wüssten wir am Ende immer noch nicht.

Zum Thema:
Nichtwähler-Debatte als Bankrotterklärung (stern)
Argumente fürs Nicht- bzw. Ungültigwählen (unwählbar.de)
Noch mehr Nichtwähler-Bashing bei Fleischhauer

Mainstream Pro-Wahl

16. September 2013

Drei Hinweise auf Medienkritik anlässlich der Wahl / Wahlberichterstattung:

* Stefan Niggemeier über Quatschsendungen und Quatschwahlwerbung (FAZ)

* unwählbar.de über wahlverdrießenden Politikjournalismus

* Timo Rieg zur unreflektierten Pro-Wahl-Werbung (ausgerechnet am Beispiel von Kirche)

Mehr Mittelfinger, bitte

16. September 2013

Warum tun sich so viele Journalisten schwer damit, Menschen Menschen sein  zu lassen? Sie wollen – zumindest in den von ihnen kommerziell beobachteten Lebensbereichen – Schauspieler sehen, über  deren Leistungen sie dann nicht nur zu Wahlkampfzeiten räsonieren.

Lorenz Maroldt sinniert im Tagesspiegel:

Ein Finger, der zum Fragezeichen wird, der aus dem Kandidaten ein Rätsel macht – und ihn womöglich als Kanzler unmöglich.

Seine Bildinterpretation:

Die Augen verkniffen, offen der Mund: ein Hooligan, kurz davor, dem Gegner mit der hohen Stirn das Nasenbein zu zertrümmern

Dabei ging es hier ja wirklich um Theater, mal wieder ein von Journalisten selbst veranstaltetes Improvisationstheater. Für die Reihe „Sagen Sie jetzt nichts“ hat Peer Steinbrück pantomimisch geantwortet. Eine ganz schöne Herausforderung, – und durchweg gelungen, wie ich finde.

Aber es gibt nur ein Bild, über das gesprochen wird, das die Süddeutsche Zeitung natürlich auch aufs Cover gehoben hat: der ausgestreckte Mittelfinger. Die hoch-seriöse Frage, die Steinbrück damit beantwortete, lautet: “Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi – um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?”

Was soll man auf solch eine Frage antworten? Der Stinkefinger ist nicht super-originell, aber er ist genau das, was jeder an Steinbrücks Stelle auf diese Frage sagen sollte – selbst, wenn er Worte verwenden dürfte. Weil die Frage an sich unglaublich dämlich ist: Warum sollte sich jemand “Sorgen machen” darum, dass ihm die Journalisten keine “netten Spitznamen” geben? Es gibt wohl allenfalls die Journalisten-Sorge, zu einem wichtigen Protagonisten ihres Tagesgeschäfts könnte ihnen  kein gut verkäuflicher, zitierfähiger “Spitzname” einfallen (oder ihnen  vom politischen Gegner zugetragen wird).

Ich mag Steinbrück nicht. Ich fand ihn im Kanzlerduell auch alles andere als sympathisch. Aber viel unsympathischer ist mir die gespielte Erregung über den Stinkefinger. Der geht völlig in Ordnung, weil er im schauspielerischen Kontext passte, menschlich absolut verständlich ist und von den Echauffierten selbst gefordert wurde.  (Tg)

Kleinstparteien

11. September 2013

“Sie machen den Wahlzettel extralang, und ihre Namen sind oft extraschwer zu merken: Tierschutzpartei, Familien-Partei, Partei Bibeltreuer Christen, die Violetten, Partei der Nichtwähler, Partei der Vernunft, die Nein!-Idee – so viele Kleinparteien wie nie haben sich um die Zulassung für die Bundestagswahl beworben.” (Spiegel-Online)

Spiegel-Online berichtet etwas wirr von den Kleinstparteien. Die Intention ist nicht ganz klar, aber drei Dinge fallen auf:

a) Ausgerechnet die absolute Pseudopartei “Die Partei” wird nicht erwähnt und auf ihre Existenzberechtigung hin befragt. Deren Chef Martin Sonneborn arbeitet für Spiegel-Online und promotet dort seine Spaßpartei nach Kräften.

b) Der Erfolg – bzw. bisher Misserfolg – von Kleinstparteien hat wesentlich mit unserem Wahlsystem zu tun, bei dem man sich nur für eine Partei entscheiden kann und die Stimme nur dann nicht verloren ist, wenn die Partei die 5 Prozenthürde schafft. Deswegen wählen viele, die zwar mit einer kleinen (monothematischen) Partei sympathisieren konventionell.
Ändert man den Wahlmodus z.B. so, dass die Wähler so viele Parteien ankreuzen können wie sie wollen, kommt die Tierschutzpartei in einem wissenschaftlichen Versuch in Konstanz 2009 auf 12,2% (würde den Einzug ins Parlament aber dennoch ganz knapp verpassen). (Quelle)

c) Und wie bei allen anderen Parteien auch wäre es gut, wenn Politikjournalismus einmal die Blickrichtung ändern würde. Es geht ja nicht um die Parteien und ihre paar Protagonisten, es geht darum, was die Bürger wollen  – und dann möglicherweise mit einer Partei zu erreichen glauben. Deshalb wäre z.B. nicht die Tierschutzpartei das Thema, sondern Tierschutz. Der spielt aber überhaupt keine Rolle.

Vermeldungen und Verwurstungen

09. September 2013

* Die Polizei ermittelt nicht nur in eigenen Dingen, sie übernimmt auch die Berichterstattung über ihre Arbeit selbst. Journalistische Fragen spielen im Transfer jedenfalls nur selten eine Rolle, wie man am gepflegten Schlagwort von der “wachsenden Gewalt gegen Polizisten” sehen kann. Dies schafft es in jede passende Nachricht – stets ungeprüft natürlich. Denn Gewalt gegen Polizisten ist, was Polizisten dafür halten – wie bei der Kriminalstatistik werden nicht Verurteilungen gezählt, sondern Ermittlungsverfahren. Und wenn sich da tatsächlich eine qualitative Veränderung zeigen sollte, bliebe die wichtige Frage: Woran liegts. Wenn der kleine Bruder häufiger heulend zu Mama rennt, muss jedenfalls nicht zwingend der größere gewalttätiger geworden sein.

* Ebenso unreflektiert wird der Erfolg von “Body-Cams” an Frankfurter Polizisten vermeldet. Polizisten werden damit zu Google-Streetview auf zwei Beinen (und mit etwas weniger Panorama). Aber selbst Journalisten dürfen einzelne Polizisten nicht fotografieren, wobei sie in übergriffstypischen Situationen wie Demonstrationen ohnehin vermummt sind. Selbst gegen eine Kennzeichnung durch Nummern wehrt sich Hessens Innenminister bekanntlich. Da muss man kein “Kriminologisches Institut” leiten, um zu prognostizieren, auf welcher Seite die amtlich festzustellende “Polizeigewalt” weiter wachsen wird.

* Empirisch betrachtet gibt es entgegen der Lehrmeinung nur ein Nachrichtenkriterium: “Lässt sich das irgendwie zu einer Story verwursten?” Anders ist die geschlossene, dem Credo von der Medienvielfalt Hohn sprechende Berichterstattung über den “Erpressungsversuch” nicht zu erklären, den Peer Steinbrück selbst als unpolitischen Nachbarschaftszwist einstuft.

Erfreulicherweise verweigern sich die politischen Gegner diesen Spielchen. So beteiligen sich Union und FDP nicht an der Schmutzkampagne gegen Steinbrück, genauso wie die Opposition auf die ungeklärten Plagiatsvorwürfe gegen Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) nicht eingeht. (Neue Osnabrücker Zeitung)

Jetzt müssten nur noch die Medien ihre Klappe halten. Aber Politik – lässt sich halt nur sehr schwer zu einer Story verwursten.

* Etwas weniger Blähung hätte dem taz-Artikel “Arschkarte gezogen” gut getan. Denn mit der Unterzeile “Sie warben mit fremden Ärschen. Jetzt sind sie selbst gekniffen: Der Wahlwerbespot der Republikaner muss vom Netz.” ist alles Notwendige gesagt. Wenn es aber unbedingt mehr werden sollte, dann könnte auch Platz für Details sein. Dass der Anwalt der Komparsen, die gegen die Ausstrahlung des Werbespots geklagt haben, zufällig auch der Hausjurist der taz ist etwa.  (Und der könnte der taz auch endlich mal erklären, dass “ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro” niemals eine Meldung ist, weil solch ein abartig hohes ordnungsgeld natürlich nicht droht, sondern schlicht der gesetzliche Höchstbetrag ach § 890 ZPO ist, den schon vorab auf ein angemessenes Maß zu stutzen die Richter unwillig sind.) Verzichtbar, ansonsten aber erklärungsbedürftig ist auch folgender Absatz:, der den Eindruck erweckt, eine Strafanzeige sei das neue Blockwarttelefon:

Auch die Berliner Agentur Wanted ist stinksauer – und erstattete gleich noch Anzeige beim bayrischen Zoll. Der möge einmal prüfen, ob die Sunshine GmbH den Auftrag ordnungsgemäß gemeldet, gegebenenfalls Steuern und Abgaben, abgeführt habe.

Merkwürdigkeiten

02. September 2013

1.

“Bei den Zuschauern war Raab offenbar das heißeste Thema des Abends (neben der Deutschlandkette). Beim Kurznachrichtendienst Twitter war der ProSieben-Mann der mit Abstand meistdiskutierte Moderator.” (Spiegel-Online)

Das ist das Level, auf dem vor Kurzem noch die Popularität eines Themas an der Google-Trefferzahl von Journalisten gemessen wurde. Die paar aktiven Twitterer sind alles andere als repräsentativ, auch nicht nur für die Gruppe der “TV-Duell”-Zuschauer.

2.

“Deshalb ist Barack Obamas finstere Entschlossenheit, mit Bomben und Raketen Syriens Diktator Assad zu bestrafen, innenpolitisch kein Ritt auf der Rasierklinge. Das ist bei Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem britischen Premierminister David Cameron völlig anders, und deshalb wird der US-Präsident wohl alleine zu Felde ziehen, allenfalls mit Frankreichs Präsident Hollande an seiner Seite (…).” (Peter Königsberger, Allgemeine Zeitung, Kommentar am 31. August 2013 zu Syrien)

Es ist nicht einfach eine schlampige Sprache, es ist journalistisches Versagen, wenn in dieser Form personalisiert wird. Obama und Hollande “ziehen ins Feld”? Wenn, dann schicken sie Soldaten und lassen töten und sterben. Sie selbst werden in guter Militärtradition weit hinter der Schusslinie bleiben.