Nichtwählerbashing als Ergebnis von Rechercheverweigerung

Nichtwählerbashing liegt bei den meinungsäußernden Journalisten seit langem im Trend. Die Logik muss in etwa die sein: Weil sie selbst natürlich aktiv wählen (natürlich, weil Wahlkampf und Wahl nicht nur ein „Hochamt der Demokratie“, sondern vor allem ein Festschmaus für den Journalismus sind), muss dies richtig sein – und anderes Verhalten muss falsch sein.
Diese Form der Meinungsbildung ist sicherlich weit verbreitet – hat nur mit Journalismus nichts zu tun. Da gibt es z.B. ganz seriöse Nichtwählerforschung, mit der man sich beschäftigen könnte. Man könnte als Journalist selbst Nichtwähler befragen. Konkret zu ungültigen Stimmen könnte man einen Blick auf die entsprechenden Wahlzettel werfen (hui, das würde evtl. noch investigativ). Man könnte es einfach mit dem Perspektivenwechsel versuchen, das Geschehen aus der Perspektive von Nichtwählern oder Ungültigwählern zu sehen.

Aber wozu Recherche, wenn man eine Meinung hat.

Das arroganteste Beispiel dafür von heute: die Frankfurter Neue Presse. Auf Facebook kündigte sie ihre Enthüllungsstory so an:

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