Ach nun, Meedia halt

Über Inhalte bei Meedia, dem Internet-Nacherzähldienst, brauchen wir nicht mehr zu diskutieren, das haben genügend Kritiker versucht, egal. Aber Versuche, sich selbst zu Lasten anderer Aktualität zu bescheinigen, sollte das auf Dialog stets verzichtende Medium (s.u.) unterlassen.

Es sind nur drei Buchstaben, die eine Nachricht in den falschen Zeitkontext stellen: „nun“.

Der Nordbayerische Kurier druckt in seinem Anzeigenblatt Blickpunkt am Wochenende regelmäßig die meistgelesenen Web-Artikel der vergangenen Woche. Dazu gehörte aktuell der Bericht über einen Unfall, bei dem zwei junge Menschen ihr Leben verloren haben und ein weiterer schwer verletzt wurde. Die Veröffentlichung der Eigen-Anzeige sorgte offenbar für massive Kritik. Chefredakteur Otto Lapp hat sich nun dafür entschuldigt.

Dieses „nun“ schreibt Meedia laut eigener Website am 7. August um 11:56 Uhr. Doch der Chefredakteur Lapp hat keine zwei Tage gebraucht, um sich zu entschuldigen. Auf Facebook erklärte Lapp sein Bedauern bereits am 5. August um 17:46 Uhr (und wurde dann auch gleich kommentiert, weiterverbreitet etc.).

Was immer eigentlich die bundesweite Story an der Sache sein soll (s.o.) – die schnelle und deutliche Reaktion hätte dann für einen Branchendienst irgendwie dazugehören sollen.

Update 9.8.2017:

Wie zum Beweis verzichtet Meedia auch in einer aktuellen Frage auf Beantwortung. Die „Meldung“, dass Bundeskanzlerin Merkel sich von vier Youtubern interviewen lassen wird (live und ohne Absprache der Fragen), offeriert die Redaktion mit den Worten:

Die Kanzlerin wanzt sich mal wieder an die Zielgruppe ran

Im Beitrag selbst ist von „Stimmenfang“ die Rede, ohne das irgendwie zu belegen.

 

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