Gaga-Journalismus

Nachrichten, die keinen Menschen interessieren, produzieren Menschen, die keinen interessieren, schon so reichlich, dass es keiner beruflichen Gaga-News-Produzenten bedarf. Deshalb ist eine Trauerfeier am Sarg des falschen Verstorbenen unbedingt nicht zu einer Nachricht zu verarbeiten, wie es dpa geschafft hat.

Eigentlich sollte man noch konsequenter sein und sämtliche Meldungen aus dem journalistischen System verbannen, die auch aus der Tastatur untalentierter Schriftsteller stammen könnten. Denn der einzige News-Wert solcher Meldungen wäre, dass sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort tatsächlich ereignet haben. Auto fährt gegen Baum, Opposition kritisiert Regierung, Hund macht Kacka. Zumal duch das gelegentliche Ausbleiben dieser Gaga-Meldungen der Eindruck entstehen könnte, es habe sich das Nichtberichtete tatsächlich auch nicht zugetragen, was meist falsch sein dürfte. Wahrscheinlich werden täglich irgendwo Särge vertauscht.

Und wo wir gerade beim Gaga-Journalismus sind: Wer vom „Führer der freien Welt“ schreibt und damit den Präsidenten der USA meint, sollte komplett ins Märchenfach wechseln.