Keine Gegendarstellung bei Clowns nötig (Mediennotizen)

* So kanns gehen, warum in Deutschland nicht? Marcela Iacub’s Buch “Belle et Bête” über ihre frühere Beziehung zu Dominique Strauss-Kahn muss eine Gegendarstellung beigelegt werden. In Deutschland hingegen muss bei angenommenen Verstößen gegen Persönlichkeitsrechten alle entsprechenden Aussagen getilgt werden, was regelmäßig erstmal zu Vertriebsverboten führt – eine irrwitzige Form von Privatzensur.

* “Steinbrück’s Gegner nehmen den Eklat dankbar auf – es ist ja Wahlkampf.” Das ist es, was die “Journalismus” genannte Aneinanderreihung von Buchstaben so unerträglich macht: völlig ziellos, ohne jede eigene Hirntätigkeit, wird aufgeblasen und weiterposaunt, was der politische Showbetrieb gerade so anbietet. Peer Stinbrück’s Formulierung von den zwei Clowns, die in Italien die Wahl gewonnen haben, hätte jeder Politikredakteur in Deutschland auch gerne gefunden. Und was Journalisten fürs zahlende Publikum sagen dürfen, sollte einem Politiker oder Politikbewerber nicht verboten sein – wir wollen doch immer klare Worte statt Geschwurbel.
Dass Politiker so viel dummes Zeug reden, liegt ja alleine daran, dass es einen Dummzeugverarbeitungs- und -verbreitungsbetrieb gibt.

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