Grassjournalismus: Was nicht gesagt wird

Die Erstreaktionen auf Günter Grass’ Gedicht “Was gesagt werden muss” waren erwartbar. Doch dass es solange dauert, bis die eigentlich ebenfalls erwartbare Medienselbstkritik einsetzt, stellt grundlegende Fragen an den Journalismus.

Dass es soviel übereinstimmende Kritik an Grass gibt von tendenziell rechten bis linken Publizisten, ist dabei wenig überraschend. Problematisch ist jedoch, dass die “herrschende Meinung” auch als repräsentativ ausgegeben wird. Denn die überall verwendeten Sprachhülsen: “Welle der Empörung“, “Kritik reißt nicht ab“, “… gehen hart mit dem Nobelpreisträger hart ins Gericht” etc. ignorieren die in einer Demokratie viel wichtigere, weil in den wenigen Momenten souveräner Wahlentscheidungen allein zählende, “Volksmeinung” -

Lesenswert dazu sind u.a. folgende Beiträge:

Neue  Rheinische Zeitung: Was auch noch gesagt werden muss
Jakob Augstein bei Spon: Was gesagt werden musste
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