Archiv für den Monat Mai 2011

Kulturflatus*)

Samstag, 28. Mai 2011

Anke Engelke als Wetten-dass-Moderatorin, warum nicht, mir soll’s recht sein, ich schau nämlich gar nicht ins Fernsehen – aber der Stefan Kuzmany von Spiegel-Online, der nun als Pate für diese Idee genannt wird,  ist nicht der erste, der das fordert, soviel Fairness muss auch freitags noch drin sind, und darum sei gesagt, wer’s vor zwei Wochen schon gesagt hat, nämlich der Winterbauer Stefan vom Meedia.

*)= Die Überschrift ist spitze, passt natürlich überhaupt nicht hierher, aber es war gerade kein Setzkasten mehr frei für sie.

Lesebeute: Die SPIEGEL-Sprache

Freitag, 27. Mai 2011

Meedia schaut, was von Hans Magnus Enzensberger’s Kritik heute noch aktuell ist.

Anatomie einer SPIEGEL-Story

Mittwoch, 25. Mai 2011

Sehr unterhaltsam hat Stefan Niggemeier die Spiegel-Titelgeschichte dieser Woche – “Sex und Macht – Anatomie einer gefährlichen Beziehung” seziert.

Interessant dabei ein Leser-Kommentar, der darauf hinweist, dass Autor Ullrich Fichtner über seinen Protagonisten Strauss-Kahn noch vor kurzem ganz anders geschrieben hat

Bratze sucht Synonym

Montag, 23. Mai 2011

Ganz freundlich und mit großem Augenzwinkern habe ich die Kollegin bei der Lokalzeitung darauf hingewiesen, dass es keine Stadtparlamente gibt in Deutschland. Und begründet, weshalb ich das nicht als Geschmacksfrage sehe, denn Parlamente sind die Legislativorgane, die Mitbestimmungsgremien der Kommunen gehören aber zur Exekutive, zur Verwaltung.

Der kurze und unmittelbar einsichtige Kommentar: “Haben Sie vielleicht ein passendes Synonym für Stadtverordnetenversammlung? Andernfalls müsste ich (und natürlich auch meine Kollegen) leider weiterhin den Oberbegriff Parlament verwenden.”

Soviel Verstand in zwei Sätzen, das verschlägt einem doch den Atem.

Redakteure halt.

Korinthe in Frankfurter Grün

Samstag, 21. Mai 2011

Auch diesen Monat haben wir bald überlebt, und so am Ende trifft man im Lesestapel dann auf die “geschobenen Blätter”. Dabei hätte es manches Blatt verdient, zeitiger rezipiert zu werden.

Der Titanic (Mai 2011, S. 9) entnehmen daher erst jetzt und heute einen wichtigen Korrekturhinweis, den wir sogleich vermelden wollen: Es heißt nicht Minnegesang, lieber Spiegel, es heißt Minnesang.

Was wäre Deutsch ohne die Frankfurter Sprachwürste?

Der tratschende Reporter

Montag, 09. Mai 2011

Die “Berichterstattung” in eigener Sache  bei der Spiegel-Gruppe nähert sich allmählich ja der Marke mit ihren Mägden – Bild -. Überall Spiegel-Bücher, Spiegel-TV-Sendungen, Spiegel-Bestsellerlisten, Spiegel-Kooperationen… Nun gut.

Manch Eigending muss ja auch kolportiert werden – Spiegel-Online kann im Text über die Verleihung der Henri-Nannen-Preise die vielen Preisträger aus dem eigenen Haus nicht verschwiegen.

Aber die Kritik, die es am Reportage-Preisträger René Pfister gibt, hätte schon auch noch Platz finden dürfen. SpOn schreibt:

Den ersten Platz in der Kategorie Reportage und damit den traditionellen Egon-Erwin-Kisch-Preis gewann SPIEGEL-Redakteur René Pfister. Für seinen Artikel mit dem Titel “Am Stellpult” hatte er Horst Seehofer am Pult seiner Modelleisenbahn porträtiert.

Dabei hat Pfister offenbar gerade nicht Seehofer an seiner Modelleisenbahn porträtiert – oder nur in dem Maße, in dem er auch Seehofer auf dem Klo zu porträtieren vermag; vielmehr hat er ihn dorthin getextet.

Seit neuestem hat auch Angela Merkel einen Platz in Seehofers Keller. Er hat lange überlegt, wohin er die Kanzlerin stellen soll. Vor ein paar Monaten dann schnitt er ihr Porträtfoto aus und kopierte es klein, dann klebte er es auf eine Plastikfigur und setzte sie in eine Diesellok. Seither dreht auch die Kanzlerin auf Seehofers Eisenbahn ihre Runden.

In dieser Art schreibt Pfister jede Menge Details und Betrachtungen von Seehofers Eisenbahn. Nur dass er diese offenbar nie gesehen hat. Beim SPIEGEL fällt das kaum weiter auf, weil sich der geneigte Leser ja bei jedem zweiten Artikel fragt, wie der Spiegel-Autor denn bei dieser oder jener Situation schon wieder anwesend gewesen sein soll ( – aber es sind dann meist völlig harmlose Nacherzählungen unbekannter Quellen).

Die Dinge, die man in einer Reportage den Lesern nahe bringt, selbst nur aus Erzählungen zu kennen, ist ein – ungewöhnlicher Ansatz. Das sollte Spiegel-Online wenigstens herausstellen.

Update 10. Mai 2011:

Die Jury hat Pfister den Preis inzwischen wieder aberkannt. Bei Spiegel-Online zeigt sich das altbekannte Problem, dass Artikel nicht aktualisiert werden. Zwar wird “in eigener Sache” die Aberkennung erwähnt und auch die Begründung der Jury zitiert (neben einer Stellungnahme des Spiegel, wie imme sich ein Magazin artikulieren kann), der alte Jubeltext enthält aber keinen Verweis darauf.


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