Archiv für den Monat März 2011

Leserverarschung, liebe FAZ,

Montag, 14. März 2011

ist das, was Sie hier anbieten. Es ist weder old-school Leserbeteiligung noch Web 2.0 – weil die hier Angesprochenen zurecht verlangen werden, dass Sie ihnen einfach in der Vergangenheit mal zugehört hätten.

Atomenergie ist nie demokratisch mehrheitsfähig gewesen. Und sie war auch nach Minimalstandards der “Generationengerechtigkeit” nie politisch verantwortbar, weil eine heutige Nutzung – auch ohne Katastrophe – hunderte von Folgegenerationen belastet (Stichwort: “Atommüll”).

Wenn man das journalistisch korrekt darstellt, braucht es keinerlei Gesinnung, um das Verhalten des Parlaments (nicht der Regierung!) für – wie sagen wir es in dieser Bananenrepublik straffrei? – undemokratisch zu halten.

Kriegsreporter nicht bei der Bundeswehr ausbilden lassen

Donnerstag, 10. März 2011

“Hiesige Medien haben nie Krisenjournalisten ausgebildet. Das wird der Bundeswehr überlassen. In Hammelburg erzieht die Armee beim Sicherheitstraining aber Kriegsberichtserstatter in ihrem Sinne. Dies wäre jedoch Kernaufgabe der Medien. Außerdem fehlt in vielen Häusern ein Team, das den Kollegen vor Ort über das Gesamtbild informiert. Öffentlich-rechtliche Sender haben entsprechende Konzepte in den Schubladen verschwinden lassen.”
Christoph Maria Fröhder in einem sehr interessanten Interview mit der Frankfurter Rundschau

Guttenberg: Wir haben es schon immer gesagt

Mittwoch, 02. März 2011

Jetzt, da alles vorläufig vorbei ist (Guttenberg wird sicherlich wieder auf der Bildfläche auftauchen) und wo wie nach jeder guten Medienjagd kopfschütteln vor der Strecke auch Selbstkritik bekundet wird, können wir ja nochmal darauf hinweisen:
Dass Karl-Theodor zu Guttenberg ein wenig mehr von sich behauptet, als er belegen kann, haben wir schon in einem kleinen Sammler im Dezember 2009 kund getan – nur: damals hat es niemanden interessiert. Jetzt im Zuge der Gutt-Plag-Scheissmichtot-Affäre aber haben alle eifrig gegraben – und vieles zutage gefördert. Unter anderem:

“Jetzt soll er auch noch bei seinem Werdegang geblufft haben: Auf seiner Website berichtet der Baron von «beruflichen Stationen in Frankfurt und New York». Auch will er als «Freier Journalist bei der Tageszeitung ‹Die Welt›» tätig gewesen sein.”

Dass es mit dem Journalisten nicht allzuweit her ist, haben wir vor über einem Jahr in einem Magazin vermerkt, welches ein Großteil der deutschen Journalisten bezieht; aber damals war Guttenberg eben noch der Star.


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