Archiv für den Monat Januar 2009

Aus dem Kopf zitiert

Dienstag, 27. Januar 2009

So bedeutsam ist der Wirtschafts-Kommentar der Neuen Osnabrücker Zeitung nach Ansicht der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass er per dpa-Tochter “ots” direkt in die Redaktionsstuben der Kollegen gepustet wird:

Egal, wie eine bayerisch-niedersächsische Staatshilfe für die Autozulieferer Schaeffler und Conti aussehen soll: Sie verbietet sich. Zwar ließe sich argumentieren, dass der Steuerzahler schon den Aktionären der Allianz das Abstoßen der Dresdner Bank zu Top-Konditionen ermöglicht hat und der Auto-Industrie die Steigerung der Nachfrage nach Neuwagen bezahlt. Frei nach dem Tucholsky-Wort: “Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat.” Aber so schlechte Beispiele dürfen nicht auch noch Schule machen.

Um welches – frei bearbeitete – Tucholsky-Wort es sich dabei handel, verrät die NOZ nicht. Doch nicht etwa schon wieder um dieses?

“Mein Kampf” keine verbotene Lektüre

Montag, 26. Januar 2009

hitlers-kampf-nicht-verboten.jpg
Zeit-Online schreibt:

Wer die Ideologie des “Dritten Reichs” studieren und verbreiten möchte, kann beispielsweise Goebbels Tagebücher ganz selbstverständlich im Buchhandel erwerben. Und selbst Hitlers verbotenes Werk “Mein Kampf” ist im Internet problemlos auffindbar.

Es ist keine Lappalie, weil es zu dem sinnentstellenden Nachgeplapper der Medien gehört: Nein, Hitlers Buch “Mein Kampf” ist nicht verboten (ebensowenig wie eine der drei Strophen Hoffmann von Fallerslebens “Lied der Deutschen”). Alles, was dazu gestritten wird, bezieht sich nur auf die Nutzungsrechte (also Vervielfältigung, Bühnenaufführung etc.) – und die reklamiert Bayern für sich.
(Und man muss sich auch nicht für einen investigativen Internet-Nutzer halten, um “Mein Kampf” zu finden – der Gang in eine Bibliothek kann auch schon zum Erfolg führen.)

Korinthe (70): Spritschlucker im Nordosten

Donnerstag, 22. Januar 2009

Auf drei externe Blogeinträge wollen wir hinweisen:
Delenkgal wundert sich über die Illustration eines SpOn-Artikels, in dem

“ein Vorschlag der deutschen Bundesregierung mit einem Bild versehen wird, das allem Anschein nach in Amerika aufgenommen wurde”.

Und Bluelectric diskutiert “Qualitätsjournalismus” anhand der Himmelsrichtungen im Spiegel-Artikel “Der Held vom Hudson” (4/2009, 112-114), die durch die Drehung einer Google-Earth-Karte um etwa 90 Grad verrutscht sind.

Schon vor einigen Tagen sezierte Bewegdeinherz einen SpOn-Bericht über die Hessenwahl, der den Eindruck erweckt, die vier “SPD-Abweichler” hätten ihre Mandate an die CDU verloren, wobei sie gar nicht zur Wahl angetreten waren.

Korinthe (69): “Sexting” klickt sich gut

Samstag, 17. Januar 2009

Spiegel-Online schreibt in einer Geschichte über den neuen amerikanischen Traum vom “Sexting”:
nackte-teenager.jpg

Glaubt man einer aktuellen Studie ( Download: pdf), haben bereits rund 20 Prozent aller US-Teenager Nacktbilder von sich über elektronische Medien versandt, berichteten am Donnerstag etliche US-Medien.

Dazu merkt Detlef Gürtler in seinem taz-Blog “Wortistik” u.a. an:

Allerdings ist erstens der Spiegel-Satz glatt gelogen. Laut der Studie haben 20 Prozent der befragten US-Teenager

“sent/posted a nude or semi-nude picture/video of yourself”

und sogar einem Online-Redakteur sollte auffallen, dass “nude or semi-nude” NICHT das Gleiche ist wie “Nacktbilder”.
Und zweitens ist es zwar nicht direkt gelogen, aber höchst angreifbar, aus den “20 Prozent der Befragten” auf “20 Prozent aller US-Teenager” zu schließen. [...]

(Ausführlich bitte dort weiterlesen)

Militante im Spiegel

Samstag, 03. Januar 2009

Militante Pazifisten sind schon etwas Lustiges. Spiegel-online kramt solche Leute ja für uns aus. Monty Schädel beispielsweise, der schon dem Namen nach eine SPAM-Erfindung sein muss. Der ist ein (doppelt) militanter Kriegsgegner, weil er Polizisten duzt, vor allem aber wohl, weil er behauptet, bei der Bundeswehr lerne man das “Ermorden von Menschen mit der Waffe in der Hand”.

Auch in der derzeitige Berichterstattung zum Gaza-Krieg kommt bei Spiegel-Online der Schalk zum Zug. Denn dort ist das Adjektiv “militant” ausnahmslos den Palästinensern vorbehalten.

Korinthe (68): Süße Krokodile

Donnerstag, 01. Januar 2009

Eine Krokodilsträne werden wir weinen, wenn uns nun jemand vorwirft, nach langem Urlaub nichts anderes zu sagen zu haben, als dass Spiegel-Online mal wieder mit den Reptilien nicht klar kommt.
Spon schreibt:

Alligatoren leben zumeist im Süßwasser, während Krokodile Salzwasser bevorzugen.

Sebastian Wolff-Marting weist wohl zurecht darauf hin, dass bis auf das Leistenkrokodil alle rezenten Echten Krokodile und Alligatoren im Süßwasser leben.
Und damit auf ein gutes neues Jahr 2009.


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