Das gemeine Volk

Nach der verunglückten Kabinettsumbildung zieht Ministerpräsident Dieter Althaus geschwächt ins Wahljahr 2009. Thüringens Union droht der Machtverlust.

So teasert der Spiegel im aktuellen Heft (20/2008, S. 42) unter der Überschrift „Heiliger Eifer“. Und so schreibt der Spiegel auch sonst in allen politischen Lebenslagen: aus dem Blickwinkel der Politiker. Die stellen aber zweifelsohne die Minderheit der Leserschaft.

Thüringens Union droht kein Machtverlust. Allenfalls könnte es sein, dass die sich nicht-enthaltenden thüringischen Wähler mehrheitlich andere Parteien präferieren. Es droht kein Machtverlust irgendwem, es droht ein klitzekleines Stück Entscheidungsfreiheit.

Das ist keine Spitzfindigkeit, sondern ein Grundproblem des Politik-Journalismus‘. Die Meute in der nervösen Zone diffundiert ins politische Establishment, verliert die Distanz, dreht sich um sich selbst und um ihre protagenen Brötchengeber und publiziert sich und leider auch uns eine „Berliner Republik“ zusammen.

(Mutmaßliche) Wählerentscheidungen sind dann erdrutschartige Verluste, Denkzettel und vor allem immer gerne Debakel.

Es ist okay, wenn der Bayernkurier so schreibt oder vorwärts, Das Parlament oder Cicero. Aber einer der zwei, drei auflagenstarken politischen Wochenzeitschriften stünde ein Betrachtung der Welt aus anderer als Herrschersicht gut an. Klickhuren wird auf Dauer keine Alternative sein.

2 Gedanken zu „Das gemeine Volk

  1. Dem „Jochen Hoff“ muß man recht geben. Schaut man sich die Budges der grossen Tageszeitungen (von der Süddeutschen kenne ich zufälligerweise tendenzielle Zahlen) dann versteht man warum richtiger Journalismus sterben mus! Eigentlich ein Witz das sich Konklen über Blogs äußert!
    In einem Beitrag mit der Überschrift Wenn Journalisten durchdrehen hat es ein Bloger zwar primitiv und emotional zusammengefasst. Aber die Gedanken halte ich für durchaus stimmieg!

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