500 Festnahmen in nur einem Satz

Ein Gastkommentar von jm

In Brüssel wurden am 22. März (Ostersamstag) 500 „Friedensaktivisten“ festgenommen. Oder 450. Oder 150. Oder einige Dutzend. Genaueres weiß man nicht, wenn man die wenigen Meldungen der „Qualitätsmedien“ zu einer Demonstration vor dem Nato-Gelände liest. Auch nicht dazu, ob es nun 1000, 700 oder 500 Demonstranten waren, die auf das Gelände „vordringen“ wollten.

Der Spiegel, für die großen Themen zuständig, entscheidet sich natürlich für die Höchstwerte, allerdings ohne seine Quelle preiszugeben. Warum auch? Die 500 Festnahmen am Machzentrum der Europäischen Union sind dem einstigen Sturmgeschütz der Demokratie jedenfalls keine eigene Meldung wert, nur zwei Sätze in einem Überblicksartikel zum Thema „Regierungspolitiker starten Rückzugsdebatte“.

Vielleicht hätten sich die „Aktivisten“ besser in den USA festnehmen lassen sollen: Die 200 Festnahmen bei den dortigen Protesten gegen den Irak-Krieg drei Tage zuvor schafften es immerhin in den Vorspann eines längeren Texts zum Thema.

Eine Antwort zu “500 Festnahmen in nur einem Satz”

  1. [...] Genau dort hört es dann leider aber auch auf. Was es auf Spiegelkritik zu lesen gibt, hat auf den ersten und leider dann auch auf den zweiten Blick nicht sehr viel mit Kritik am Spiegel oder an Spiegel Online zu tun. Vordergründig geht es darum, Rechtschreibung und Grammatik zu korrigieren, Layoutfehler zu beanstanden und das, was im Spiegel steht eigentlich und irgendwie genau so wiederzugeben, nur anders. Kritisch, oder so. Zum Beispiel: 500 Festnahmen in nur einem Satz [...]

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