Lesetipp: Online-Videos verändern Sehgewohnheiten und Journalismus

Der Video-Journalist Roman Mischel bewertet auf onlinejournalismus.de ausführlich den Entwicklungs- und Anwendungsstand bewegter Bilder auf Online-Nachrichten-Sites. Mit dem Spiegel-Online-Angebot ist er sehr zufrieden:

Als Spiegel Online Ende 2005 Stellen unter anderem für seine neu zu gründende Video-Redaktion ausschrieb, war das Echo überwältigend. Heute, fast ein Jahr später, kann sich die Aufbauarbeit dort sehen lassen. “Video” ist einer der Top-Navigationspunkte der Website.

Dort sind neben den obligatorischen Nachrichten-Videos von Reuters (die unter anderem ganz normal in Artikel oder auf Center-Pages eingebunden werden wie Fotos […]) auch jede Menge Eigenproduktionen zu finden. Inzwischen beschäftigt Spiegel Online zwei festangestelle Video-Redakteure, die – wenn es ein Thema erfordert – selbst schneiden und vertonen. (weiterlesen)

Die Entscheidung Mensch gegen Maschine

Welche der sechs Schachpartien von Wladimir Kramnik gegen den Rechner Deep Fritz war die alles entscheidende? Eindeutig die vierte, befand Spiegel Online damals:

Die Partie, die alles entscheidet

Drei Spiele sind gelaufen und Weltmeister Wladimir Kramnik liegt hinter dem Rechner Deep Fritz. Mindestens zwei Spiele muss Kramnik nun gewinnen, will er die Siegprämie einstreichen. Verliert er heute, ist das Match für ihn nicht mehr zu gewinnen. SPIEGEL ONLINE überträgt die Partie live.

Nachdem in der vierten Partie die Entscheidung also laut Ankündigung gefallen sein musste, konnte es in der fünften eigentlich nicht mehr um viel gehen. Aber falsch gedacht – auch diese Partie durfte man nach Ansicht von Spiegel Online auf gar keinen Fall verpassen:  Weiterlesen

Der Triumpf des Bockmist

Es ist eine typische Spiegel-Geschichte, die Dirk Kurbjuweit im aktuellen Heft über fünf Seiten niedergeschrieben hat. Seine These: Der Demokratie in Deutschland geht es gerade nicht so gut, viele Bürger sind nicht interessiert an politischen Debatten. Wie bei jeder Spiegel-Geschichte, so muss auch in dieser die steile These durch ein paar Belege fundiert sein. So hat Kurbjuweit beim CDU-Parteitag etwa beobachtet, dass viele Delegierte in der Mittagszeit Mittagessen waren, statt der Richtungsdebatte im Saal zu folgen: “Dresden war ein Sieg der Bockwurst über die Demokratie”, schreibt Kurbjuweit, und die Überschrift seines Textes lautet:

Der Triumpf der Bockwurst

Auch sonst schlängelt der Text sich hauptsächlich an Beobachtungen dieses Parteitages entlang. Der einzige externe, harte Beleg in dem Text ist eine Umfage. Kurbjuweit schreibt in seinem Artikel, dass

erstmals 51 Prozent der Bundesbürger unzufrieden mit der Demokratie sind, wie jüngst der “Deutschlandtrend” der ARD ergab […].

Doch dies hatte der Deutschland-Trend gar nicht ergeben. Dies trotzdem zu behaupten ist ziemlicher Bockmist.  Weiterlesen