Korrektur

In unserem Blog-Eintrag vom 14. Juli 2006 hatten wir behauptet, „im gedruckten Spiegel fehlt eine Korrekturspalte völlig“ und daraufhin Vorschläge gemacht, wie die Beiträge in einer solchen Korrekturspalte aussehen könnten. Diese Darstellung müssen wir an nun korrigieren: Es gibt sehr wohl eine Korrekturspalte im Spiegel. Sie ist sogar mehrere Seiten lang, unübersehbar immer vorne im Blatt platziert und trägt den Titel „Briefe“. Das ist auf den ersten Blick etwas verwirrend – warum nennt man eine Korrekturspalte nicht einfach „Korrektur“ oder so – und die meisten dort abgedruckten Briefe sind auch keine Korrekturen, sondern normale Leserbriefe mit dem üblichen Lob und Tadel, aber regelmäßig werden über die Leserbriefe eben auch vorangegangene Spiegel-Berichte korrigiert. Nur unauffälliger.

In der aktuellen Ausgabe schreibt zum Beispiel Waltraud Schöneberger aus Olching einen Leserbrief zum Artikel „‚Ich habe es nicht ertragen'“, der zwei Wochen zuvor erschienen war. Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen hatte darin den Prozess gegen den Krankenpfleger Stephan L. vor dem Landgericht Kempten beschrieben. Friedrichsen zeichnet in ihrem Artikel das Portrait eines Angeklagten, der die extremen Leiden seiner todgeweihten Patienten nicht länger ertrug und sich daher entschied, sie sanft und schmerzfrei zu töten:  Weiterlesen