SpOn jagt das Sprachungeheuer

Spiegel Online auf Worte-Safari: Der gewähnte „Bestien-Alarm“ an der nordfranzösischen Küste hat offenbar auch in der Redaktion von SpOn eine akute Sprachpanik ausgelöst.

Vermutet ein indirekt zitierter Wildtier-Experte noch schlicht einen „kleinen Panther“ oder „eine sehr große Katze“, durchläuft das Berichtsobjekt bei SpOn einen wahren Mutationsreigen: So wird aus dem „großkatzenänlichen Tier“ zunächst ein „schwarzes Lebewesen“ dann ein „obskures Wesen“, um endlich als „Bestie“ die „Touristen und Spaziergänger in Angst und Schrecken“ zu versetzen.

Zwar hat das „mysteriöse Tier“ noch gar nichts Menschenfressendes unternommen, um sich das Prädikat „Bestie“ zu verdienen – egal: SpOn ruft die allgemeine Nessie-Jagd im Sommerloch aus:

Das sind doch nichts als langweilige Katzenbilder, sagen Sie? Haben Sie selbst schon viel rätselhaftere Tiere gesehen und fotografiert? Waren Sie schon dem Ungeheuer von Loch Ness auf der Spur? Dann schicken Sie uns eine Mail mit Ihrem Foto spon_panorama@spiegel.de (Betreffzeile: „Ungeheuer“)! Und schreiben Sie dazu, wann, wo, wie…

7 Gedanken zu „SpOn jagt das Sprachungeheuer

  1. ihr seid so spassbremsen: jeder hat doch die ironie und die verarschung aus dem text rausgelesen. wollt ihr das nicht verstehen oder kapiert ihr ironie einfach nicht, selbst wenn sie mit dem vorschlaghammer dargeboten wird???

    betreffzeile: UNGEHEUER hahahahaahaha

  2. BILDblog ist so großartig, weil die BILD-Zeitung handwerklich kritisiert wird und nicht ideologisch, weil offensichtliche und überprüfbare Fehler aufgedeckt werden und keine Geschmacksfragen im Zentrum stehen.

    „Spiegelkritik“ ist so schlecht, weil hier genau das Gegenteil zutrifft.

  3. wirklich leute ihr macht euch doch hier zunehmend lächerlich. habt ihr euch mal den voting-link angeschaut? (ach ja: hap vergessen – links werden ja NIE angeklickt nach euer meinung, wäre aber ausnahmsweise nicht schlecht gewesen)

    an den möglichen antworten zu der nordfranzösischen bestie hättet ihr (vielleicht) bemerkt, wie „ernst“ (besser in anführungsstrichen damit ihr die ironie bemerkt) der spiegel das thema nimmt.

    antworten wie: „das ist nessie“ oder ganz „egal was es ist, hauptsache es bleibt in frankreich“ zeigen die immense seriösität, die hinter dem bericht steckt.

    sommerlochismus at its best. nur leider von unseren knallhart hinterfragenden journalistenschülern nicht entdeckt. eher monitörchen als monitor. oder besser gesagt: monieigentor.

  4. noch geiler ist, dass jemand wie der helgoländer vorbote ne satirezeitung im netzt betreibt, aber leider nicht in der lage ist etwas anderes als holzhammerhumor zu erkennen.

    traurig.

  5. Nachdem es im Internet ja schon Websites mit Vergrößerungs-Funktion für Sehschwache gibt, sollte es unbedingt noch Versionen geben, in denen Ironie farblich markiert ist, um Hirnschwachen Pseudo-Journalisten das Leben leichter zu machen. Vielleicht tut’s aber auch ein kleiner Hinweis vor und nach dem Artikel.

    Denkt drüber nach Leute.

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