Entblößte Phantasie

Der Unterzeile zum Spiegel-Titel 29/2006 legte nahe, Persönlichkeiten ins Blatt zu heben: „Wie sich die Menschheit online entblößt“. Und selbstverständlich darf man das, was öffentlich dargeboten wird, auch an anderer Stelle diskutieren, referieren, kommentieren. Aber ab wann werden Akteure zu Statisten, wird ihre „Selbstentblößung“ zu einem fremden Bloßstellen, weil eben nur ein kurzes Spot(t)light auf sie geworfen wird, einer eigenen, unbeeinflussbaren Dramaturgie folgend – und möglicherweise völlig unzutreffend?
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Harry’s Reissack

Das Stalking hält an: Nun weiß SpOn über Prinz Harry zu berichten, dass

der adelige Militär-Schüler in einer Spielbank nahe Bournemouth

gesehen wurde. Schauerliche Details investigiert das digitale Blatt aus Hamburg:

Der Prinz sei für ein bis zwei Stunden mit seinen Freunden im Casino gewesen, sagte ein Mitarbeiter der Zeitung. Ein Gast berichtete, dass Harry beim Black Jack auch Geld gewonnen habe.

Um schließlich als erste Trainingseinheit für die neue Witzigkeit eine dpa-Vorlage zu frisieren:

Zumindest an der Kasse konnte er seiner Großmutter, die sich selten amüsiert über die Eskapaden ihres Enkels zeigt, nicht entrinnen: Auf den britischen Geldscheinen ist Queen Elizabeth II. abgebildet.

Mit Dank an Andrea K.

Martin Sonneborn leitet Spiegel-Satire

Spiegelkritik dementiert entschieden, dass ihre Satire-Azubis rechtzeitig zum Start einer Satire-Rubrik bei SpOn von der Spiegel-Gruppe weggekauft worden sind. Fakt ist, dass die Übernahme-Verhandlungen vor ihrer Aufnahme am Preis gescheitert sind.

Die Spiegel-Gruppe hatte mitgeteilt:

Ab dem 1. November 2006 erweitert SPIEGEL ONLINE sein Angebot um eine neue Rubrik: Satire. Unter der Leitung von Martin Sonneborn (41), Ex-Chefredakteur von „Titanic“ und Mitherausgeber des „endgültigen Satiremagazins“, wird eine neu eingerichtete Redaktion aus Berlin satirische Inhalte beisteuern.