Sprachnotizen: Sedlaczek vs. Sick

Für Freunde der Sprachkritik der kurze Hinweis, dass Robert Sedlaczek in der Wiener Zeitung von Zwiebelfisch-Koch Bastian Sick mehr Gefühl für sprachkulturelle Gepflogenheiten fordert.

Es fängt schon beim Titel Deiner Bücher an: „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“. Da machst Du Dich wohl über uns lustig. In unserer Mundart gibt es nämlich keinen Genitiv. Wir sagen: „dem Vatern sein Huat“ oder „der Huat vom Vatern“. Das klingt irgendwie netter als „Vaters Hut“. Wie klingt „Der Dativ ist des Genitivs Tod“? Wie kalter Kaffee! Als Buchtitel unbrauchbar!

Wahren Reichtum hat der Österreicher Sedlaczek dem „Mann des Nordens“ anzubieten:

Bei einigen Wörtern gibt es mehr Konjunktive, als Ihr Fußball-WM-Titel habt. „I kennt“, „I kenntat“, „I kannt“, „I kanntat“, „I kunnt“, „I kunntat“, „I tat kenna“. Das alles heißt so viel wie „ich könnte“.

3 Gedanken zu „Sprachnotizen: Sedlaczek vs. Sick

  1. falls wir österreich wieder übernehmen, kann sich herr sick ja darüber gedanken machen. bis dahin gelten die deutschen regel. nicht nur grammatikalisch sondern auch phonetisch.

    hahaahah

  2. @siegstyle: Richtig.

    Auch wenn die Österreicher in ihrer Mundart den Genitiv getilgt haben mögen, so ist er dennoch Bestandteil der deutschen Hochsprache.

    Außerdem erscheint der Spiegel nunmal in Hamburg und nicht in Wien.

    PS. Seit wann kocht denn Bastian Sick? Hab ich was verpasst ?

  3. Heute bricht Sick allerdings eine Lanze für die Volkssprache: „Die Kulturpolitiker meinten, dem Volk die Entscheidung über die Gestaltung seiner Schriftsprache aus der Hand reißen zu können, und haben es nicht für nötig erachtet, das Volk in angemessener Weise auf dem Laufenden zu halten. Die Rechtschreibreform war für vieles beispielhaft: für einen leidenschaftlich geführten Kulturkampf, für Missmanagement, für absurdes Theater und Demagogie. Sie war kein Lehrstück in Sachen Demokratie.“

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