Zeit und Raum

Laut Spiegel Online haben „Max-Planck-Forscher“ – das sind, wie man später lesen kann, Forscher des Max-Planck-Institutes und nicht etwa, wie man zuerst meinen könnte, Forscher, deren wissenschaftlicher Gegenstand Max Planck ist – eine Computersimulation entwickelt, mit der sich die Entstehung des Krebsnebels nachvollziehen lässt. Zuerst erklärt uns Online-Redakteur Holger Dambeck aber, was der Krebsnebel ist:

Im Jahr 1054 nach Christus beobachteten chinesische und arabische Astronomen einen neuen Stern im Sternbild Stier. Er war so hell wie die Venus. Den historischen Überlieferungen zufolge wurde dieser „Gaststern“ innerhalb von Wochen zunehmend heller – und war im Juli 1054 sogar für 23 Tage am Taghimmel zu beobachten. Über zwei Jahre lang blieb er mit bloßem Auge erkennbar.

Nachdem er uns im Anschluss erklärt hat, was und wie die Garchinger Forscher geforscht haben, kommt er zu der Schilderung der dramatischen Ereignisse, die nach diesen neuen Erkenntnissen stattfanden:

Der Stern mit etwa zehnfacher Sonnenmasse hatte 1054 nach Millionen von Jahren ruhiger Entwicklung seinen nuklearen Brennstoff aufgebraucht. Damit war die Energiequelle in seinem Zentrum erloschen, die ihn gegen die gewaltigen Kräfte seiner eigenen Gravitation stabilisiert hatte. Innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde stürzte daraufhin sein Kern zu einem Neutronenstern zusammen.

Erstaunlich, die moderne Forschung, nicht wahr? Nach „Millionen von
Jahren ruhiger Entwicklung“ kommt es 1054 plötzlich zu einer radikalen
Wendung. Aber irgendwas stimmt da doch nicht, oder? War da nicht noch
was mit der Lichtgeschwindigkeit? Wie war das nochmal? Ein Lichtjahr
ist jene Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt?

„Unsere Computermodelle legen nahe, dass die Krebs-Supernova nur deshalb ein so ungeheuer helles Ereignis war, weil sie sich in nur 6.300 Lichtjahren Abstand von der Erde ereignet hat“, erklärt Wolfgang Hillebrandt, der Leiter der Forschergruppe.

Das heißt freilich, dass der Stern nicht im Jahr 1054 implodiert war, sondern bereits 6.300 Jahre vorher. 6.300 Jahre lang war dann das Licht bis zur Erde unterwegs, bis es im Jahr 1054 hier sichtbar war. Aber wer wird denn wieder so kleinlich sein? Ist doch nur die Rubrik „Wissenschaft“. Heißt ja nicht „Exakte Wissenschaft“, nicht wahr?

13 Gedanken zu „Zeit und Raum

  1. naja. wenn man in den ausmassen des alls denkt, dann sind 6300 lichtjahre eben nur eine geringe einheit.

    müsste doch einem herrn fränzel irgendwie auch klar sein. oder zumindest mal mt beispielen belegen, in welchen entfernungen (gemessen in lichtjahren) sich sonst supernovae abspielen.

    vielleicht sind die viel weiter entfernt. hier – und gerade weil es um „exakte“ wissenschaft geht – wird nur eine persönliche einschätzung eines schreiber wieder gegeben, der seine eigenen aussagen nicht in zusammenhänge stellt.

  2. Kann man zum Beispiel nachgooglen:

    Astronomisches Spektakel: Supernova in elf Millionen Lichtjahren Entfernung

    14 Millionen Jahre lang existierte der Stern elf Millionen Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt, dessen spektakuläres Ende Astronomen jetzt durch die Arbeit des Weltraumteleskops Hubble beobachten können.
    Die Masse des verendeten Himmelskörpers wird von Experten auf das 15-fache unserer Sonne geschätzt. Die Supernova SN 2004dj ereignete sich in einem Sternhaufen namens Sandage 96, der zur Galaxie NGC 2403 gehört.
    Die Leuchtkraft des kosmischen Spektakels übersteigt das Licht von 200 Millionen Sonnen. Es handelt sich um eine Supernova des Typs 2, die ein Schwarzes Loch oder einen Neutronenstern als ‚Erbe‘ hinterlassen können.

    Quelle: Stern Shortnewas

  3. Oder hier:

    Die Supernova 1604, auch Keplers Supernova oder Keplers Stern genannt, ist die letzte uns bekannte Supernova innerhalb der Milchstraße. Sie fand in etwa 6.000 Parsec (20.000 Lichtjahre) Entfernung im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) statt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,5 war sie der hellste Stern am Nachthimmel.

  4. Oder hier:

    Typ Supernova Überrest (1680)
    Entfernung 9.100 Lichtjahre
    Helligkeit nicht ermittelt
    Durchmesser 10 Lichtjahre
    Bezeichnung 3C 461
    Entdeckung – Als Radioquelle 1948 durch Reber entdeckt
    – 1950 identifiziert

  5. Wenn man selbst keine Ahnung hat, dann sollte man nicht den Richter über Spiegel-Wissenschaftsredakteure spielen.

    Einfach nur noch peinlich…

  6. Hallo Siegstyle,

    vielen Dank für Deine Hinweise. Da gab es wohl ein Missverständnis im Text. Unsere Kritik war nicht, dass Spiegel Online 6.300 Lichtjahre als eine geringe Entfernung angegegeben hat – in kosmischen Dimensionen ist es das tatsächlich. Die Kritik war vielmehr: Wenn die Implosion 6.300 Lichtjahre entfernt stattfand und im Jahr 1054 auf der Erde zu sehen war, dann kann die Implosion nicht im Jahre 1054 stattgefunden haben (wie Spiegel Online schreibt), sondern muss eben schon 6.300 Jahre zuvor passiert sein. Wir haben diesen Punkt nochmal deutlicher herausgearbeitet.

    Schöne Grüße
    Sebastian

  7. Na, aber vor allen Dingen:

    -> Der Stern mit etwa zehnfacher Sonnenmasse hatte 1054 nach Millionenvon ->Jahren ruhiger Entwicklung seinen nuklearen Brennstoff aufgebraucht.

    Wissen wir nicht, daß ein Stern seinen nuklearen Brennstoff nicht von einem Tag zum anderen aufbraucht, sondern eine definierte Reihe von Spätstadien durchgeht, in denen er immer schwerere Atomkerne zur Energieproduktion nutzt?

    Zu krasse Vereinfachungen führen nur zu dem gegenwärtigen larifari Weltbild, das in Bezug auf die Wissenschaft, und nicht nur auf die, in den Köpfen spukt.

    Und das ist es ja, weshalb wir den Spiegel so gerne Kritisieren….

    Grüße

    Blofeld

  8. Rücksprache mit dem Autor findet Ihr da nicht notwendig?

    Ich bitte, meinen Namen aus dem Kof der Meldung zu entfernen, weil ich das nicht geschrieben habe.

    Ts, Marius

  9. hahahahahaha. DAS ist ja das beste. Marius Fränzel hat es noch nicht mal geschrieben…hahahahahaha zum totlachen dieser BLÖG…

  10. Hallo Siegstyle,

    Marius hat den ursprünglichen Beitrag geschrieben. Nachdem Du den Text falsch verstanden hattest, habe ich den letzten Absatz überarbeitet. Da Marius jetzt nicht mehr der Autor des kompletten Textes war, hat er auf die Nennung seines Namens verzichtet.

    Schöne Grüße
    Sebastian

  11. Die Grüne Jugend ist ja richtig engagiert. Papiertiger, die sich ohne Unterlass blamieren… Tragt doch lieber wieder Kröten über die Straße. Das ist sinnvoller als diese Website.

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