Spinner sind keine Nachricht

Spiegel-Frage-Sicherheit-in-ZuegenWenn Journalismus wirklich eine Orientierungsleistung erbringen würde, dann würden seine Werktätigen nicht ein ums andere Mal die gleichen Fragen stellen und immer neu nach verkäuflichen Antworten suchen. Spiegel.de meint:

Der Angriff auf mehrere Fahrgäste in einem Regionalzug bei Würzburg wirft erneut die Frage nach der Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen auf.

Nein! Diese Frage stellt sich nicht. Jedenfalls stellt sie sich niemand, der wenigstens ab und an mit der Bahn fährt und daher den Betrieb kennt. Es ist völlig absurd, hier über Sicherheitskontrollen wie am Flughafen zu schwadronieren (das ist ähnlich sinnvoll wie die Forderung einer Gurtpflicht, die nach jedem kleinen Bahnunfall von irgendeinem Provinzpolitiker erhoben wird). Aber man kann damit natürlich Seiten und Minuten füllen, Menschen zum Reden bringen, unsinnige Diskussionen führen…

Und wenn doch ein weiser Verkehrsjournalist meint, das Thema sei unumgänglich und da ließe sich mit viel Aufwand schon etwas machen: dann sei schon mal darauf hingewiesen, dass man dieses Spiel unendlich betreiben kann. Der nächste Durchgeknallte spaziert vielleicht in einen Kindergarten (Schulen haben ja z.T. schon mega Sicherheitsvorkehrungen seit den Schüler-Amokläufen), oder ein Krankenhaus, oder einen Supermarkt; vielleicht zündelt er an einer Tanke, vielleicht entlässt er (oder – für die Aufschreierinnen – „sie“ natürlich, pardon) Giftgas in einer U-Bahn, rollt einen großen Stein auf die Autobahn, vergiftet Lebensmittel oder rennt einfach in ein Motorrad hinein…

Wenn Journalismus eine Orientierungsleistung erbringen würde, dann hätte er seit einer Ewigkeit geklärt, dass es keine Sicherheit vor Spinnern gibt, ob sie nun Einzelpsychopathen sind, Religionsfanatiker oder kranker Despot mit Armeegewalt. (Vom wahnsinnigen PR-Support für die Durchgeknallten durch die mediale Hysterie wollen wir hier gar nicht erst reden…)

 

10 Jahre sinnloses PR-Verbot

„Journalisten machen keine PR“ – dieser dogmatische Satz ist seit 10 Jahren das einzige, was vom „Medienkodex“ des Netzwerk Recherche (nr) wahrgenommen wird.
Nun wurde er einer Überprüfung unterzogen – und von der Mitgliederversammlung am 8. Juli 2016 in Hamburg mit nur marginalen Änderungen bzw. Ergänzungen bestätigt. Doch der Satz scheidet weiterhin die Geister, – in diejenigen, die es sich leisten können niemals PR zu machen, und jene, die sich darauf angewiesen sehen, in diesem überjournalistisch bezahlten Publizitätsbereich ihre Fähigkeiten zu vermarkten.

Das wahre Problem mit diesem Satz ist seine Unbestimmtheit: Was soll mit „PR“ gemeint sein, die kein Journalist betreiben darf? Es war vor allem das Leidenschaftsthema von Thomas Leif, Vorsitzender von 2001 bis 2011, und er meinte damit alle Versuche der Einflussnahme auf journalistische Produkte, die verborgenen Spin-Doktoren ebenso wie die öffentliche INSM. Dabei ist PR, ist Öffentlichkeitsarbeit viel mehr – und in weiten Teilen für den Journalismus völlig unproblematisch.

Es beginnt damit, dass jeder Journalist PR macht – nämlich in eigener Sache. Dies zu fördern wird vor allem Freien seit Jahren gepredigt: Marke werden, wiedererkennbar sein, Stil entwickeln. „Klappern gehört zum Handwerk“, von der eigenen Website, den Social-Media-Accounts bis zur Teilnahme an einer Jahreskonferenz des nr, am besten auf und nicht vor dem Podium. Wer als Vorstand des nr irgendetwas für den Verein tut, macht PR: die Vielzahl von nr-Veranstaltungen und nr-Publikationen gehören zum Portfolio professioneller Öffentlichkeitsarbeit.  Weiterlesen

Cumhuriyet & Facebook – Was zu löschen ist

Anmerkungen zu zwei Preisen des Netzwerk Recherche

Im Rahmen seiner Jahrestagung 2016 hat der Verein „Netzwerk Recherche“ (nr) wieder zwei Preise verliehen: den positiven „Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen“ und den Negativpreis „verschlossene Auster„. Zu beiden kann man Medienkritisches anmerken.

Mit dem Leuchtturm ausgezeichnet wurde Can Dündar, Chefredakteur der türkischen Tageszeitung „Cumhuriyet“ (derzeit beurlaubt). Die Preisvergabe an @candundaradasi findet in der Branche sicherlich große Anerkennung, auch ohne exakte Kenntnis seiner journalistischen Beiträge. Er leitet eine der letzten unabhängigen Zeitungen in der Türkei und ist, nach mehrmonatiger Untersuchungshaft, am 6. Mai 2016 wegen der Enthüllung geheimer Waffenlieferungen („Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen“) in erster Instanz zu fast sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Can Dündar wirkte von der Preisverleihung sehr gerührt und seine Dankesrede in Hamburg war äußerst sympathisch.

Kritisch zu sehen ist hingegen der Laudator: Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments.

So kategorisch das Netzwerk Recherche seit 15 Jahren jede journalistische Nähe zur Public Relations ablehnt, so wenig Berührungsängste hat es zur Politik. Bei der Jahrestagung 2004 etwa ließ der damalige Vorsitzende Thomas Leif Bundespräsident Johannes Rau einfliegen und der Branche die Leviten lesen – die brav, ja geradezu begeistert aufnahm, was der oberste politische Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland (und ehemalige freie Journalist und Verleger) „für guten Journalismus“ hielt.

Ist es nicht peinlich, wenn sich Journalisten von Politikern ihre Funktion erklären oder sich von denen, die sie kritisch und distanziert zu befragen haben, belobigen lassen?

Die Rede von Martin Schulz konnte man gut finden oder nicht, aber sie war politisch, letztlich auch parteipolitisch; sie enthielt zahlreiche Axiome – und sie war teilweise stark pathetisch aufgeladen, wie man es von Politikern eben kennt: jeder Angriff auf einen Journalisten ist ein Angriff auf die westliche Wertemodell und so… (mit anderen Vorzeichen reklamiert das wohl auch Recep Tayyip Erdogan für seine Politik).

Wer Politiker für geeignet hält, hervorragende Journalisten zu identifizieren (auch wenn Schulz nur die Laudatio hielt, er war nicht die Jury), muss ihnen auch zugestehen, die schlechten ins Kröpfchen zu verschlucken – und dann sind wir wieder bei Erdogan (ohne dass dies, wie so oft von Journalisten falsch verstanden, ein Vergleich oder eine Gleichsetzung von Schulz und Erdogan ist!).

Nein, Politiker gehören nicht ins „journalistische System“, und mit ihnen gemein machen darf sich „ein guter Journalist“ sicherlich tatsächlich nie. Die Nähe von Politikjournalisten zu den Akteuren ihrer Berichterstattung wird letztlich auch auf den Jahrestagungen des Netzwerk Recherche kontinuierlich angeprangert.

Der Negativpreis „verschlossene Auster“ ging an Facebook (Deutschland) als Informationsblockierer des Jahres – doch die Begründung geriet reichlich schwammig und war deshalb letztlich nicht überzeugend. Sowohl in der kurzen Bekanntgabe durch Kuno Haberbusch (nr-Vorstand, NDR), vor allem aber in der Laudatio von Thilo Weichert, (2004 bis 2015 Datenschutzbeauftragter Schleswig-Holsteins, nicht mehr aber aktuell, was Spiegel.de noch nicht zur Kenntnis genommen hat*) standen die „Hasskommentare“ auf Facebook im Mittelpunkt, die nicht richtig, nicht konsequent und nicht transparent gelöscht werden. Facebook sei ein „Katalysator für den Hass“ sagte Weichert – doch was soll das mit Blockade von Journalismus zu tun haben? Natürlich können einzelne Journalisten gegen „Hate Speech“ anschreiben – aber dass ausgerechnet Netzwerk Recherche jetzt die Löschung von Beiträgen für die erste Recherchepflicht hält, verwundert doch. Man kann gut gegen jede Löschung argumentieren, die möglicherweise strafbaren Fälle einer Staatsanwaltschaft überlassen und ansonsten mit Information, aber nicht mit PC gegenhalten. Was die vorgeworfene Informationsverweigerung der Firma betrifft war die „Beweislage“ äußerst dünn. Und wer den Maßstab anlegt, ein Unternehmen mit großer öffentlicher Bedeutung sei, wenn schon nicht gesetzlich, so doch moralisch zur Auskunft verpflichtet, könnte bestens großen Medienhäusern die „verschlossene Auster“ verleihen – öffentlich-rechtliche Sender eingeschlossen (hier bereits vorgeschlagen 2010 und 2011). Das würde auch deutlich mutiger wirken als in das Horn zu blasen, welches derzeit pausenlos von der kulturellen Meinungsführerschaft gespielt wird.

Die verlesene schriftliche Entgegnung der namentlich in Hamburg nicht genannten Facebook-Sprecherin Tina Kulow wirkte dabei weniger plump, als sie offenbar auf die Jury gewirkt hat.

So oder so täte das Netzwerk Recherche gut daran, die Kriterien für seine Preisvergaben grundsätzlich transparent und diskutierbar zu machen. Die diesjährige „verschlossene Auster“ ließ eine journalistische Begründung vermissen – was nicht nur eine vertane Chance war, sondern auch der Glaubwürdigkeit des renommierten Vereins schaden kann. (Tg)

Update:
* Inzwischen hat Spiegel.de Weichert aus dem Amt befördert; die in Hamburg bei der nr-Jahrestagung diskutierte transparente Fehlerkorrektur sieht allerdings anders aus.

Mehr zur nr-Jahrestagung:
10 Jahre Medienkodex mit sinnlosem PR-Verbot

SpKr-Mitbegründer abgetaucht

Denjenigen, die schon seit mehreren Jahren hin und wieder Blogtexte auf Spiegelkritik gelesen haben, ist bekannt, dass zu unseren Gründern der Mann gehört, der seit 2015 für die „Keylogger-Affäre der taz“ steht: Sebastian Heiser. Die taz-Redakteure Sebastian Erb und Martin Kaul haben den Fall über Monate aufgearbeitet – und ihren Ex-Kollegen schließlich sogar irgendwo in Asien aufgespürt. Doch in der Sache geäußert hat er sich auch dort nicht. Wie bei allen anderen, die ihn kannten, hat er auch bei uns viele Fragen hinterlassen.
Wir verweisen also auf „Dateiname LOG.TXT“ bei der taz. (Und beispielhaft auf einen SpKr-Text unseres Ex.)

Ferner dazu:
* Audiobeitrag Georg Löwisch (taz chefredakteur) bei Radio Eins.

Schlafmützen-Journalismus (Unwetter vs. Gauland)

Früher haben nachts alle gepennt. Bis auf die Räuber – und in den Städten die Nachtwächter. Informationsbedarf hatten jedenfalls die wenisten, sie gaben sich mit den Fantasiegeschichten ihrer Hirne zufrieden, aber die Welt hat sich auch damals schon in der Nacht weitergedreht, weshalb es manchmal schon am frühen Morgen etwas zu erzählen gab.

Neuerdings pennt alles asynchron. Und ist entsprechend ebenso unzeitgleich aktiv, auch wissbegierig. Kollektiv (und zum Teil miteinander) in’er Pofe liegt unterm Säufermond allerdings der deutsche Journalismus.  Weiterlesen

Böhmermahn

Schuld sind wie immer die Journalisten. Also noch. Bis die Sozialen-Medien mit ihrer reinen Ich-Kommunikation sie irgendwann ganz in die Bedeutungslosigkeit gedrängt haben werden. Aber noch sind immer die Journalisten schuld. Weil sie niemals Wichtiges von Unwichtigem scheiden, weil sie nur selten spannende Fragen beantworten, Probleme lösen, Orientierung geben wollen, sondern weil sie schlicht Aufmerksamkeit suchen – Einschaltquoten, Auflage, Klicks, Follower.

Jan Böhmermanns Gedicht „Schmähkritik“. Hatten die freiwilligen Zuschauer, hatte das leidenschaftliche Publikum, hatten diejenigen, für die „Neo Royal Magazin“ gemacht wird, ein Problem mit der Sendung? Und bedurften sie journalistischen Beistands? Brauchten sie Welterklärer und Moralverbesserer an ihrer Seite?

Ein großer Teil des Medientratsches dreht sich nur noch um Dinge, von denen man nie etwas wissen wollte. Es geht nicht um investigative Recherchen, nicht um die Aufdeckung des zu unrecht Verborgenen, sondern um die Skandalisierung von Fragmenten aus Nischenereignissen. Das, was erfolgreich separiert war, nachdem es mehr als ein Fernsehprogramm und eine Staatszeitung in Deutschland gibt, was Angebote und Interessenten nach Interessen zusammenbrachte, wird vom Journalismus wieder zusammengepanscht und zum „general interest“ erhoben, auf dass jeder eine Meinung dazu habe (nicht entwickle!) und der deutsche Smalltalk gleichgeschaltet sei.

Dass selbst dröge Familienzeitungen und die außerhalb ihrer Sendung weniger dröge wirkende Anne Will den türkischen Affentanz zu einer Liedparodie von extra3 und zu einem Beitrag in der vorletzten Böhmermann-Sendung zum nationalen Problem erheben, zeigt den Geisteszustand dieses Landes deutlich, vor allem das völlig gestörte Verhältnis zur Freiheit.

Böhmermann hat den türkischen Präsidenten Erdogan nicht beleidigt (mal abgesehen davon, dass er dies jederzeit versuchen dürfen sollte und für den Erfolg allein der Sichbeleidigtfühlende verantwortlich wäre –> Grundrecht Beleidigungsfreiheit)! Er hat eine Satire-Show aufgezeichnet, in der auch der Name Erdogan fiel. „Tötet Merkel“ von Till Reiners ist auch kein Mordaufruf. (Schönster Satz übrigens: „Ich glaube nicht, dass sich Merkel privat für Politik interessiert.“)  Weiterlesen

Spiegel rückt weiter aus dem Fokus

Als wir vor zehn Jahren mit Spiegelkritik als Medienblog begonnen haben (damals tagesaktuell), ging es ja tatsächlich um ein „Spiegel“-Watchblog. Schon vor dem BILDblog haben wir allerdings den Horizont erweitert, nachdem für unseren Geschmack hinlänglich gezeigt war, dass auch beim Spiegel journalistische Merkwürdigkeiten passieren.

Bald passiert da vielleicht gar nichts mehr. 149 Mitarbeiter nicht mehr beschäftigen zu können (um’s wollen geht es ja angeblich nicht) ist ja wohl doch ein Alarmzeichen: Meldung in der Süddeutschen; aktuelle Geschäftsführung.

Demokratie als Journalisten-Phantasie

DeineDemokratie-RadiokampagneIm Radio wird das nächste große Nichtwähler-Bashing vorbereitet. 23 private und gebührenfinanzierte Sender in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz werben bei ihren Kunden derzeit für die Teilnahme an den Landtagswahlen am Sonntag.

In einem von drei Spots wanzt sich beispielsweise eine Frauenstimme an die Hörer ran:  Weiterlesen

Leberwurst-Journalismus

Nachdem es einige Leberwurst-Journalisten mit ihrer Erregung über Til Schweiger mal wieder (via dpa) bis in meine Provinzzeitung gebracht haben, sollten wir doch mal kurz über die Aufgabe von Kunst- und Medienkritik nachdenken.

Das Grundproblem der Schweiger-Kritiker dürfte sein, was etwa Spiegel-Online in einem Nachrichtenversuch so beschreibt:

„Das Verhältnis zwischen Til Schweiger und Film- und Fernsehkritikern ist angespannt. Der Regisseur und Schauspieler verzichtet oft darauf, seine Filme zu regulären Pressevorführungen vor dem Start zugänglich zu machen.“

Das klingt, als gäbe es einen Anspruch der Presse, Filme für Besprechungen sehen zu dürfen. Dem ist natürlich nicht so, und Schweigers Umgang mit der Presse dürfte bei professionellen Autoren keinerlei Auswirkungen auf die Werkkritik haben. Davon sind allerdings viele, viele Artikel über Til Schweiger weit entfernt.

Was die beiden aktuellen Folgen „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“ sowie die Rezeption eines Facebook-Postings von Schweiger dazu anbelangt, machen die Leberwurst-Journalisten mal wieder keine gute Figur:

– Die beiden Folgen waren ohne Zweifel sehr gut inszeniert. Das Ergebnis muss niemandem gefallen (so wie auch niemand sehr guten Brokkoli mögen muss), aber was Schweiger an die Adresse des Regisseurs Christian Alvart schreibt, wird man cineastisch nicht beanstanden können.

– Dass eine „schlechte“ Fernseh-Quote von rund 20% (7,69 Millionen Zuschauer) Beleg für eine schlechte Sendung sein soll („kein Erfolg„), kann kein Kritiker ernst meinen. Sonst ist eben doch „BILD“ die beste Tageszeitung der Republik. Wenn sich für einen Münster-Tatort mehr Zuschauer finden, sagt das doch nicht das Mindeste über die Qualität des Hamburg-Tatorts. Muss man daran erinnern, was die meistverkaufte deutsche Fernsehserie ist? Soll das der Benchmark sein?

– Eine völlige Unsitte ist es, angeblich journalistische Produkte mit Beschreibungen von anderen Webseiten zu füllen (siehe Kritik 2011), insbesondere mit dem Widerkäuen von Facebook und Twitter. Die Beiträge werden für die dortige Leserschaft geschrieben („Community“), und sie sind öffentlich für jeden Interessierten. Dort kann man sie auch diskutieren oder sich gegenseitig bewerfen – es ist vollkommen überflüssig, das als „Nachricht“ verkleidet auf Papier zu bringen.

– Aber wenn man dann schon als Leberwurst-Journalist+#_in berichten will, was alle auf Facebook lesen können, sollte man es wenigstens verstehen, weil sonst jede Umformung (mehr Eigenleistung ist ja nicht zu erbringen) zu neuer Dichtung wird. (Und wer das schafft, wird im Schweiger-Posting nicht mehr viel Echauffierstoff finden – er ist belanglos.)

Wer die journalistische Leistung der deutschen Fernsehkritik bewerten will, solle sich ihren Umgang mit Til Schweiger anschauen, nicht nur im aktuellen Tatort-Fall. Das dürfte aufschlussreich sein.

5 PS:
Wir haben schon einige schöne Journalismen hier gekürt. Verwiesen sei auf
Zirkusjournalismus,
Seitenfülljournalismus,
Gagajournalismus,
Popeljournalismus und
Phantasiejournalismus.

Mehr PS:
Irgendwo muss man mal die vielen „Journalismen“ sammeln. Aktuell:
Erziehungsjournalismus“ (Jan Fleischhauer)

Ex-Ministerin macht auf Ex-Bundespräsident

Als Promi den Medien zu drohen, wenn einem die Berichterstattung nicht gefällt, gehört zu den deutschen Doofheiten. Christian Wulff musste wegen dieser Erkrankung aus Schloss Bellevue ausziehen.

Gemeinhin delektieren sich die deutschen Medien an solchen Vorgängen. Wo man Angriffe auf die Pressefreiheit vernimmt wird unter Journalisten der Bündnisfall ausgerufen. Normalerweise.  Weiterlesen